Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 4-5 (1.4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 98 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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T — 98- Sau l: Schon gut, schon gut! doch eine Vorbedingung Gilt's zu erfüllen. Hebron, hör' ich eben, Ist von Philisterscharen sehr belästigt — Zieh' hin und bring als Morgengabe Dreihundert Köpfe der Philister. David: Dreihundert Köpfe! Das ist viel, fürwahr! Doch nicht zu viel für ein so großes Glück — Ich eile fort, die Waffen mir zu schärfen! Hilft Jahve, daß ich heil zurück hier kehre Nach wohlvollbrachtem Werk, so weiß ich nicht, Was für ein Glück ich dann noch wünschen soll. Saul: Ja, du bist glücklich — ich bin müd' und traurig, Drum sing' mir noch dein Lied, mich zu erheitern, Eh' du von hinnen ziehst. David: Gern, o König! (Er beginnt wieder das unterbrochene Vorspiel.) Als des Mondes Silberscheib.e Auf Ephraims Bergen glänzte, Harrt' ich deiner in der Wüste, Wo die weißen Lämmer weiden. — Doch du kamst nicht, ach, du kamst nicht — Einsam hüt' ich meine Herde! — Ach, wie schön ist's, wenn dein Köpfchen Sich an meine Schulter lehnet. — Vor mir liegen meine Hunde, Halb im Schlafe mich anblinzelnd — Neben mir zur linken Chanah, Und ich halte sie umschlungen. — Und zur Rechten liegt mein Wurfspieß, Wolf und Bären zu empfangen. Ist's um Liebe, geht's zum Kampfe Ich bin munter, bin gerüstet. (Es ist ganz dunkel geworden. Während des Nachspiels wirft Sanl, der sich bei den letzten Worten zornig erhoben hat, die Lanze .gegen David und fehlt ihn. David springt, auf. Pause der Verlegenheit.) Saul: Verzeih' mir doch! Mir ist so wirr im Kopfe. Ich glaube, in der Luft sind böse Geister, Die kommen, wenn es dunkel wird, und drohen — Und stacheln mich zur Wut, zur Raserei — Und eh' ichs denke, faßt die Faust die Lanze- Sie fliegt — die Geister huschen still vorbei. — Ja, ich bin krank. Drum mußt du mir verzeihn. David: Wozu verzeihen dir, da ich nicht zürnte? Mög' Jahve dir die kranke Seele heilen! Saul: Amen! Nun will ich schlafen gehn. Leb' wohl! David; Leb' wohl, mein Fürst, und Friede sei mit dir! (Saut geht nach links ab.) VI. Scene. Jonathan. David. i Jonathan (hastig eintretend): Dich such' ich überall und höre eben, Daß du beim König. David: Grad entließ er mich. Jon a t h a n: Du scheinest fröhlich und dein Auge strahlt.