Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 97

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 97 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2969669-2970002-2970007--7938-2978635
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zittern? Zwar — er ist jung und voller Zuversicht. Und jeder Tag niacht mächt'ger ihn und mpt'ger — Ich bin nicht alt noch und auch kraftlos nicht! Der Mut entwich nur, weil das Glück entwich. Wenn Jahve will, wird es aufs neu' mir lächeln, Und Helle Tage werd' ich Wiedersehn. Ach, Jahve, Jahve! Dich Hab' ich gesucht In meiner Not und fänd dich nicht. Wo bist du denn? Allüberall, so sagen Die Priester, seist du — und das Volk, es glaubt's. Du schickst den Blitz, den Donner und den Sturmwind. Und du bist zornig, ganz wie Menschen sind — Man sagte mir, in deinem Ebenbilde Sind wir geschaffen. Fast doch möcht' ich glauben. Wir schufen dich nach u n s e r in Ebenbild! So wie dich jeder braucht, so sonnt er dich — Ich bilde dich mir als den Gott der Kraft, Der fest den Spieß mir stecke in die Faust! Und sichern Stoß mir schaff' in Feindes Brust. (Nach kurzem Brüten)! Scharf will ich ihn bewachen, wenn er kommt! Seh' ich ein Lächeln nur, ein Augenleuchten, Das Herrschaft kündet, Siegeszuversicht — (Zur Lanze sprechend) So hilfst du mir, auf immer Ruh' mir schaffen. V. Scene. David. Saul. David (von rechts auftretend): Heil dir, o König, Friede sei mit Dir'. Und Jahve, Hetr des Krieges und der Schlachten, Verleihe Sieg dir über deine Feinde! Du hast mich rufen lassen, Herr! Was ist's? Ist wo ein Feind, den ich bekämpfen soll? Dir dient mein Arm, mein Kopf und auch mein Herz. Gern zieh' ich aus für dich in Karirpf und Tod. Saul: So schwere Arbeit gibt es heute nicht. Zwar einen Feind sollst du besiegen mir — Doch steht er nicht im Feld, er lauert hier — (auf seinen Kopf deutend) Und nennt sich: Schwermut, Sorg' und finstern Gram, Den du so oft mit süßem Klang vertrieben. So stimme an ein kleines Liedchen denn, So wie's die Hirten in der Wüste singen — Daß ich, vergessend mich und meinen Schmerz, In Wohllauts Wellen wohlig untertauche. (David beginnt das Vorspiel auf der Harfe. Saul unterbricht ihn, schnell auf ihn zugehend) Du liebst Michal? David (betroffen): Wie sollt' ich? Einmal nur, Als ich den Goliath schlug, ja, ich gesteh' es, Da hofft' ich auf Erfüllung eines Worts — Doch da es nicht erfüllt ward, tat ich nichts, Es wahr zu machen. Nie Hab' ich gewagt, Mein Aug' zur Königstochter zu erhebe». Saul: Ich weiß, ich bin in deiner Schuld. Und heute Will ich dir lösen nun nkdin Königswort. Michal sei dein! David: Mein Fürst, wie soll ich danken —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.