Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 89

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 89 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2969669-2970002-2970007--7930-2978627
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

89 nutzer Tand! (wirft sie ins Zelt) und du, (das Schwert nachwerfend) Kraftloses Schwert, lieg rühmlos ihr zur Seite! — (Ab ins Zelt. Vorhang fällt.) Ende des Zweiten Aktes.! III. Akt. I. Scene. (Offene Halle im Königspalaste. An den Seiten links und rechts Ruhesitze. In der Mitte »ach dem Hintergründe zu ein niedriger Tisch, auf welchem! eine Harfe liegt. Links und rechts führen Türen zu den verschiedenen Gemächern). Michal. Jonathan. Michal (Auf der Laute spielend): ZweiBlümlein Pflückt' ich auf Jesreels Au; Ein Blümlein blau, ein Blümlein rot. Wein soll ich schenken das Blümlein blau? Wem geb' ich das Blümlein rot? Deine Wangen sind rot, deine Augen find blau, So wie die Blumen auf Jesreels Au. Ich pflückt' es für dich, Tas Blümlein rot Und das Blümlein blau. Sag', liebst du mich? Du schweigst? Dein Blick ist kalt wie der Tod. Du, blau wie das Meer, wenn Ostwind weht — Nun iist du welk, dein Duft verweht! Und du, so rot wie das Blut, Verblaßt ist deine Gl it, Bist bleich und welk wie her Tod. Jonathan: Ein trübes Lied! Was sag' ich? Nein, kein Ml d — Ein wirres Stamnieln nur, ein dumpfes Schluchten, Ein blödes Lallen, wie wenn Wahnfinn fingt. Sag', Michal bist du krank? Michal: Ich krank? Ach nesn, Ich bin gesund und blühend wie die Rose, Frisch aufgeblüht von warmen Hauch des Westens. Doch fühl' ich Sommersohne So schnell emportrieb aus der grünen Hülle, Hinaus blaue 8uft] Die sie erfüllt mit Faibe, Duft und Leben — Für sieh', dieselbe Sonne, Die Kraft ihr gab zu blühen und zu duften, die Rose chelkt und stirbt. Jonathan: Stets mit sich selbst beschäftigt ist das Weib, muß begegnet sein, Denkt ihr einmal des allgemeinen Leids Der Wesen, lebend unter dieser So»me. Mein Schwesterchen, schrittst du über diese Erde, Woher Misch«l: Wie's über mich daß ich ettnd bin. ich kenne dich nicht mehr. D», wie ein junges Kätzchen, Mit eineln Nichts dich freuend, heiter sttts Und sorglos auf einmal dieser düstre Geistgekommen, weiß ich nicht; Nifr dieses weiß ich. Leid, daß sie die sie stoßend in die einen Tag! Denn Schickt ihre Glut; Etwas Besondres Michal, spielend

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.