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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-03-01 · Heft 3 (1.3.1906) · p. Seite 60

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 3 (1.3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 60 (sequence 14)
Language
German
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gut mit ihr meinte, wer redlich für sie stritt, scheute sich doch meist in offenem Kampfe ihre Farben zu tragen. Wer die Lanze tapfer für sie einlegte, glaubte doch ihr Wappen auf dem farblosen Schilde verdecken oder gar auslöschen, ihre Feldzeichen mit Flor umhüllen zu müssen, halb zürn Zeichen der Trauer, halb, zur Verhüllung. Ihre Frauen haben diese verschmähten > Farben und Feldzeichen zu den ihrigen gemacht, sie haben sie für immer hoch geehrt, find jeder Ehrenmann wird fortan stolz sein, sie zu tragen. Wohl mochte es einst scheinen, als fehle diesem Kampfe bei aller seiner Würdigkeit doch der Ruhm und die Schönheit, die die Phantasie erregen und die Seele zu freudigem Mute begeistern; als fei jin ihm, wenn auch der Lohn des Bewußtseins, doch nimmer der Lorbeer, welcher den! Mann zieret, nimmer der sonnige Blick des Frauen-Beifalls zu gewinnen. Manche erhebende Erfahrungen haben mich längst belehrt, daß es anders geworden ist; manches tejure Andenken, manche begeisterte Stunden, zu denen mein Herz die heutigen vor allen ewig zählen wird, haben mich überzeugt, daß auch im Kampfe gegen diese Unterdrückung Lorbeeren zu erobern sind. Daß aber auch die zarteste Blüte der Ehre, der Beifäll holder Frauen^ auf biesem Felde zu gewinnen ist, das habe ich heute auf die anmutigste, beglückendste Weise erfahren. Wie es ein erfreuliches Zeichen für unsere Sach^ ist, daß sich dse Kunst, das Abbild der Schönheit, ihler angenommen und sie in unvergänglichen Darstellungen verherrlicht hat, so ist es in hohem Grade erfreulich, daß die Frauen, die ursprünglichsten, berufensten Vertreter des Schönen, Teilnahme und Empfänglichkeit für dieselbe zeigen. Wie sollte es je einer Sache an rüstigen Kämpfern fehlen-können, die solche Anerkennung, die solche Ehre, die solches Wohlwollen ihren Kämpfern zu bieten hat, auch wenn sie sich so weniger, so langsamer Erfolge nur rühmen können, und wenig mehr als ihren guten Willen aufzuweisen haben! Sagen Sie Ihren Fraueü, wie stolz ich darauf, wie glücklich ich darüber bin, zu der Darlegung solcher Gesinnung edler Frauen, die ich zu verdienen weit, weit entfernt bin, Anlaß gegeben zu haben Sagen Sie ihnen, wie innigen Dank ich für das von ihrer Güte mir dargebrachte. Ehrengeschenk empfinde. Und nun leeren Sie mit mir ein Glas des Dankes, der Liebe und der Verehrung auf das Wohl ihrer trefflichen Frauen! Mische Ikeformbritretmngeii i» Lnmkrelch. In dem Lande, wo gegenwärtig die Trennung von Kirche und Staat zur vollendeten Tatsache geworden, macht sich unter den Juden eine Bewegung bemerkbar, die wie uns ein Freund der „Monatsblätter" in Folgendem berichtet, bereits in Paris Form und Gestalt angenommen. Jüngst fand daselbst eine zahlreich besuchte Ber-

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