Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-1- 37 unsrigen zst vereinigen für die große!uns unmittelbar bevorstehende Arbeit. Nicht nur müssen die gegenwärtigen und dringenden Bedürfnisse befriedigt werden, wir müssen auch versuchen, für viele tausende lebende Opfer der russischen Barbarei etwas Dauerndes zu schaffen! i Rothschild. Elaude G. Montefiore. Samuel Montagu.! Leonard L. Cohen. David L. Alexander. Benjämin L. Cohen. N. S. Joseph. Stuart M. Samuel. LI« Ärlef des ||)rilde«te« Uoofevelt anläßlich der am 30. November 1905 in New-Hork veranstalteten Feier zum Andenken der Einwanderung der Juden in Amerika vor 250 Jahren. „Ich! habe es mir zur Regel gemacht, keine Briefe für festliche Gelegenheiten, und mögen dieselben noch so wilchtig sein, zu schreiben, aus dem einfachen Grunde, daß ich, falls ich efnen Brief schreiben würde, hundert andere schreiben oder riskieren müßte, geachtete Aute zu verletzen. Bei der heutigen Gelegenheit kann ich jedoch von dieser Regel abwejichen, weil die bedauerlichen und schrecklichen Leiden der jüdischen Raffe üv anderen^Ländern mir als Haupt des amerikanischen Volkes nicht nur die Pflicht auferlegen, meiste tiefgefühlte Sympathie auszudrücken, wie ich dies hiermit tue, sondern gleichfalls hie glänzenden Bürgertugenden hervorzuheben, welche von jüdischen Männern, welche hierher kamen und die Wohltaten der freien Einrichtungen und der Gleichberechtigung vor dem Gesetz genoffen, offenbart wurden. Ich bin fest davon überzeugt, -aß die Bedrückung einesVolkes sich schließlich stets an denBedrückern rächt; es-ist ein ungeschriebenes Gesetz in der geistigen Welt, daß niemand!ein Unrecht begehen kann, ohne schließlich selbst zu leiden. Die Feier des 250. Jahrestages der ersten Ansiedlung der Juden in den Vereinigten Staaten rückt eine Reihe historischer Begebenheiten von größerer als nationaler Bedeutungen den Vordergrund. Schon in unserer Kolonialzeit nahmen die Juden Anteil an hem Aufbau des Landes, exwarben Bürgerrechte und beteiligten sich an der Entwickelung des überseeischen und einheimischen Handels. Während der Revolutionszeit unterstütztes sie die Freiheitskämpfer durch Heerdienst und durch substantielle Beiträge zum leeren Schatzamt der Republik. Während des Bürgerkrieges kämpften Tausende in der Armee und ihr Blut mischte sich mit der Erde, für welche sie fochten. Ich freue mich, imstande zu sein, sagen zu können, daß die Juden in den Vereinigten Staaten, deren Zahl über eine Million beträgt, trotzdem sie ihrem Glauben und ihren Überlieferungen treu geblieben sind, der großen Masse amerikanischer Bürger unlösbar