Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 33 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Wir ohne Idealismus? also auch ohne jede Sorge um das Seelenheil in einer zukünftiges Welt? Es ist wahr, Himmel und Hölle haben wirüberwunden, weil es unwürdig ist, von Lohn und Strafe das Verhalten abhängig zu machen. *) Lohn und Strafe verspricht man Kindern, klein nt und großen Kindern. Wenn wir dieser ursprünglichen Erziehungsmethode entwachsen sind, so haben wir aber damit noch nicht das ewige Leben geleugnet. Wir, die wir uns an den Ewigen binden, sollten uns mit der Zeitlichkeit abfinden! Bor allem erstreben wir, einer Zukunft auf Erden würdig zu sein, dann sind wir auch über unsere Zulünft in einem Jenseits nicht mehr besorgt. Wir „Was hast Du mit uns vor?" Dem Vater vertraut man Hand alle Seelen wohl geborgen sind. Welches fragen nicht den Vater getrost seine Zukunft an, in dessen Volk hätft ein Kaddischgebet? Seltst bei dem herbsten Verluste denken wir an nichts verherrlichen. In unserm persönlichsten Schmerze Gottesreiches, bezeugen wir die idealste Verbindung noch zu eireichen haben, das ist der Was der Monotheismus ver Und so verbleiben wir nach wie vor Wils wissen, länger als dsr *) Äboth 1, 3; 4, 2; Berachotl» mia 3t, 1ö!—16. 4) Zephania 3, 9. anderes, äls den Namen Gottes zu bitten wft um die Ausbreitung des mit Gott!i Jhi seid meine Zeugen! Ihr wart es in der Vergangenheit, ihr seid es auch in der Gegenwart! Nicht nur ausPietcit bleiben wir Gott treu, nicht nur aus Furcht vor Gewissenlysigkeit verharren wir im c lten Bunde! Was uns in der Treue erhält, das ist vornehmlich die Erhabenheit unserer Religion, das sind namentlich die Ziele, die wir Glaube an unsere Aufgabe! r nag, dafür sind wir ein von Gott hingestelltes Beispiel. Er verleiht uns die Kroft, für die idealen Güter nicht bloß zu sterben, sondern, Mas noch viel schwerer ist, zu leben. Unsere geschichtlichen Feste verbinden uns mit Unserer Vergangenheit, aber Neujahrstag und Versöhnungstag weisen uns auf eine Zukutlft, für die wir in der G< genwart wirken und schaffen, auf eine Zukunft, da unser Gotteshaus wird genannt werden ein Haus der Anbetung für alle Völker!^) Zeugen Gottes! Weg war, den Israel brauchte, um zu Gott zu kommen ufid sich selbst zu finden, länger wird der Weg noch sein für die Völker, um Israel zu! erkennen. Aber Israel, das Volk der Ewigkeit, harret aus: seiner Hoffnung blüht eine!Zukunft, seinem Wirken ein Erfolg. Denn kommen wird die Zeit, da alle, die Gott suchen, auch als seine Zeuc en werden gelten können; kommen wird die Zeit, da alle eine Gemeinde bilden; kommen wird die Zeit, da jedes Volk, wenngleich in seiner Sprache und in seinen Formen, so doch alle in der geläuterten Sprache des Einzigen, den Allvater der Menschheit!*) Inn der letzte und außer mir gibt's keinen Gott! heiligen Geistes anrufen werden den „Ich bin der erste, und ich Also spricht der Ewige, der König Israels, sein Erlöser, der Herr Zebacth!" 61a; Bereschith rabba 6. *) Jesaia 56, 7. *) Jere»