Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Und darum ist auch das heilige Recht der Menschenwürde in Israel seit altersher ein solch hoch entwickeltes^ und darum ist es unser und leider noch immer nur unser Vorrecht, als Menschen zr klagen über die Gesunkenheit anderer Mitmenschen und darum erheben wir auch als Menschen unseren tiefempfundenen Entrüstungsschrei über die fluchwürdigen Massenmorde in Rußland, wehren wir uns, wenn auch nur mit Worten, dagegen, daß noch immer das Volk, das zum erstenmale der Menschheit die Lehre von der allgemeinen Menschenliebe, gegeben hat, die meisten und schwersten Opfer beisteuern muß, wenn die Menschheit auf ihrem langsamen, opferreichen Wege zum Fortschritte durch blutige Rückschritte aufgehalten wird. Aber, verehrte Tramrversammlung, „die Stimme ist die Stimme Jakobs" und im Gotteshause versammelt man sich, um zu beten, und auch wir wollen beten und wir haben zu beten, zu beten für die Lebenden und für die Toten. Und die Lebenden bedürfen unseres ersten Gebetrs; und darum wollen wir uns erheben zum Gebete darum, daß die Lebenden, unsere Mitmenschen auf Erden, die sich noch tief im sittlichen Rückstände befinden und noch richt begriffen haben oder nicht begreifen wollen, daß die Religion, und habe sie welche Formen immer, die Menschen verbinden, veredeln soll und daß deshalb Religionsherfolgungen zu den tiefsten Entartungen des Menschen gehören, für diese unsere Mitmenschen wollen wir beten, daß Gott und die heilige Wahrheit der Menschenliebe sie erleuchte, die Heiligkeit der Menschenwürde nimmer durch Religionsverfolgungen entweiht werde und so auch Israels Geschichte endlich frei werde von den blutigen Opfern, von denen sie.noch immer zu berichten hat. Und ferner laßt uns lichen Katastrophe, für die Stütze im Leben verloren Gott sich bewähren als ihren furchtbar erschwerten -beten für die Lebenden, für die Überlebenden jener fürchterunglücklichen Witwen und Waisen, die ihre Ernährer, ihre haben. Diese tragen ja das tiefste Leid und ihnen möge ater der Waisen und Beschützer der Witwen" uud ihnen so Kampf ums Dasein erleichtern. „al Keduschath haschem", a heil wir uns jetzt zu Gott Menuchoh nechaunoh Unser letztes Gebet über gelte den unglücklichen Opfern selbst, die gefallen sind ts Juden und weil sie Juden waren, und um deren Seelenwenden wollen. ... Der Magistrat der hat dem Deutjch-Jsraelitis Hochzeit unseres Kaiserpaar! tische Kinder ein Terrain Aßonatefcban. Stadt Züllichau (Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder) chen Gemeindebunde für seine bei Gelegenheit der Silbernen es zu errichtende Erziehungsanstalt für schwachsinnige israelitzon fünfzehn Morgen Größe kostenfrei zur Verfügung gestellt. -i uni iliitirBttiüi