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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-01-01 · Heft 1 (1.1.1906) · p. Seite 12

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 1 (1.1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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■S",;i.„iM.;ojp||;u,i1>.'M'^sllWWMWWWD — 12 — mein Geschlecht das geringste von den Stammgelchlechtern Benjamins? Und weshalb sprichst Du solche Worte zu mir?" Seine Persönlichkeit fiel dem Propheten sofort auf; denn es heißb: „Samucjl sah Saul" und dann erst: „Gott bestätige ihm, daß dieser der ihm vorher angekündigte König sein solle." Schon daß Samuel nach einigen einleitenden Worten die oben zitierte Äußerung macht; noch mehr, daß er ihn nach der Salbung küßt, beweist ein ^iberwallendes Gefühl fiir das sympatische Wesen Sauls; über das Fehlschlagen seiner Hoffnungen, daß Saul sich der Erwählung würdig zeigest wiirde, trauerte. Von seinem Äußeren sagt Samuel mit freudigem Stolze über ihn, ^den er auf Befehl Gottes dem Volke als den erwählten Gesalbten vorstellte: „Seht Ihr den, den der Ewige gewählt hat? Denn es ist keiner aufwärts ragte er über allem Volke hervor. Die geistige Beschaffenheit Saul's von seiner Berufung ab zeigt zwei Phasen: I. Die erste kennzeichnet sich durch zurückhaltende Bescheidenheit, Ehrfurcht vor vollen Gehorsam für das Wort Gottes. Als das Los bei der Königswahl er erst aus seinem sicheren Versteck hervorgeholt werden. wie er." Von der Schulter Samuel, auf ihn gefallen war, mußte Als König pflügte er anfangs weiter seinen Acker. Zum Kampfe gegen Ammon gibt er die Parole aus: „Samuel sieben Tage, die Samuel!üs zu seiner Hinkunft bestimmt hatte, auszuhalteu, sondern fügt sich dem Volke, das au Erstehung des Erfolges des s Ungeduld sich zu zerstreuen anfing, und bringt das zur Feldzuges zu bringende Opfer deshalb voreilig dar. Und mit Heftigkeit zurückzuhalten, viel energischer darauf, daß weil ich das Volk fürchtete geschehen war, kann er nicht fortan übt er sie aus, ohne und Saul." Bei Gitgal getraut er sich zwar nicht, die Zeit, nach dem Siege über Amale^ bannt er zwar nicht auch das Beste des Viehes und tötet nicht den Agag, wie geboten. Aber in beiden Fällen sucht er demütig Vergebung bei Samuel mit.der allerdings üheblichen Nüance in letzterem Falle, daß er sein Unrecht nicht voll zugeben will, sondern zu bemänteln versucht. Hier versucht er den Samuel wobei er den Zipfel dessen Mantels abreißt und besteht er doch nicht so unrecht gehabt habe: „Ich habe gesündigt, lind auf seine Stimme hörte." Während als Strafe für das voreilige Opfer ihm angekündigt wurde, daß sein Königtum nicht Bestand haben, d. h. seinem Hause nicht verbleiben solle, wurde ihm bei dem zweiten Vergehen seine Verwerfung als König kundgetan. Von dieser Zeit ab beginnt nun die zweite Phase. II- Die Verbindung rw t Samuel hört von nun an auf. Saul ist sich selbst überlassen und steht unter der vollen Wucht des Urteils. Bisher „klein in seinen Augen", wie ihm der Prophet sagte, kommt er nun zu dem vollen Bewußtsein, daß er, wie der Prophet zusetzt, doch „das Haupt der Stämme Israels sei"; daß es in der Tat feige, Furcht vor dem Volke über die Furcht vor seinem Schöpfer obsiegen zu lassen. Jetzt scklrgt die mangelnde Festigkeit, die Unsicherheit, die Lenkbarkeit durch Andere in das ©egenteU um. Fortan ist er' „der König Israels". Was wieder gut machen; aber er hat die Königsgewalt. Und Weisungen von Propheten, von Befragung Gottes durch

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