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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-01-01 · Heft 1 (1.1.1906) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 1 (1.1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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WWW» - 10 — ''N denn Gottes reichster Segen Ihnen, hochwürdigster Herr Bischof, zuteil werden während Ihrer ganzen hohen Wirksamkeit zur Freude Ihrer Glaubensgenossen, zum Heil der Menschen, zum Wohle der Pfalz! Gott segne, schütze und erhalte Sie! Er erhalte Sie gesund an Geist und Körpier, schütze sie vor Ungemach und Gefahr und segne Sie jetzt und immerdar! Amen.! Der Bischof Herr Dr. Bausch erwiderte bewegt, daß er sich herzlich freue, durch eine solche Ansprache begrüßt worden zu sein. Er danke den anwesenden Herren sowie den israelitischen Gemeinden, dcjr. Pfalz fiir die Begrüßung und werde nie den Moment vergessen, in welchem eine solche Kundgebimg des Wohlwollens und der Zuneigung ihm 'zuteil wurde. Was das angeführte Prophetenwort anlange, so sei auch er von der Wahrheit und Bedeutung desselben tief erfüllt. „Gemeinschaftlich wollen wir arbeiten," so ungefähr lauteten die eigenem Worte des Redners, „an der Bildung und Gesittung des Volkes, gemeinschaftlich wollen wir alle Menschen erziehen fiir die Ideale des Lebens und Gott möge uns hierbei mit seiner Kraft beistehen." Neben dieser erfreulichen Kundgebung verdient darauf hingewiesen zu werden, daß vor kurzem in Genf ein Kongreß liberaler Protestanten stattgefunden hat, zu welchem der Rabbiner Herr Levy von Mjou, direkt herzlichst eingeladen worden ist, upr einen Vortrag über die Fundamentalgrundsätze des Judentums zu halten. Seine Rede daselbst wurde mit besonderem Enthusiasmus ausgenommen, und Pastor Wagener hat dem Rabbiner für seinen Vortrag besonders gedankt. Der Rabbiner bezeichnet,! als einen Fortschritt die Tatsache, daß er, ein Jude und Priester einer israelitischer Gemeinde, der Ehre teilhaftig geworden ist, in dieser Versammlung das Wort zu ergreifen, was vor 100, ja vor 50 Jahren nicht.möglich gewesen wäre. Der Rabbiner wagte sogar in der christlichen Versammlung zu sagen, daß die Reformation eine Annäherung an das Judentum gewesen sei, daß auch die Bewegung unter den liberalen Juden eine Rückkehr zu den Propheten sei, und daß beide auf zwei verschiedenen Wegen, die sich aber einander nähern, einem gemeinsamen Ziel der Gefühle und Ideen zuschreiten. Gr hob hervvr, daß wir in voller Aufrichtigkeit und Sympathie uns die Hand reichen köstnen und uns verbinden zu dem guten Kampfe gegen den Aberglauben, die Engherzigkeit jund den Fanatismus. Das Ziel, das wir, die einen wie die andern erstreben wollen, ist Dasselbe, aber der Ausgangspunkt und die Mittel können und müssen verschieden sein. . \ . . Wünschen wir nicht das Verschwinden der Gruppen, der christlichen, jüdischen, mohasnedanischen, buddhistischen usw. Pastor Wagener erwidert hierauf: „Ich habe — begann er j—nur ein Wort zu sagen, das ist dieses: Es scheint mir, daß wir alle, die wir hi^r versammelt sind, mit ganz besonderer Aufmerksamkeit Kenntnis nehmen von dem Erscheinen eines Vertreters der alten Mutter-Religion in unserer Mitte, welcher der ga^ze religiöse Occident das Beste verdankt, was er besitzt.

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