Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 284

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Date
1905-11-01
Page
Seite 284 (sequence 46)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2970014-2970026--7812-2978505
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

284 Hochzeit der hochseligen Eltern unseres Kaiserpaares auch von jüdischer Seite Stiftungen zur Erinnerung dieses Tastes errichtet worden sind. Die bekannteste ist ja wohl die vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde errichtete Friedrich-Wilhelm-Viktöria-Stiftung, welche einer geregelten Altersversorgung unserer Gemeinde-Beamten zu gute kommt. Auch diesesmal stellt sich der Deiutsch-Jsraelitische Gemeinde-Bund wieder an die Spitze einer großen philantropischen Idee, deren Verwirklichung die schönste Ehrung darstellen würde, welche unsere Glaubensgenossen im Reiche unserem Kaiserpaar erweisen würden. Es geht uns folgender Aufruf! zur Veröffentlichung zu: Se. Majestät der Kaiser hat kund gegeben, daß er zu Allerhüchstseiner und seiner erhabenen Gemahlin Sill ernen Hochzeit keine kostbaren Gaben, sondern die Begründung wohltätiger Stiftungen wünscht. Der Deutsch-Israelitische Gemeinde-Bund in Berlin wird diesen Allerhöchsten Wünschen Nachkommen, indem er eine Anstalt für jüdische Schwachsinnige plant, für die ein statistisch und erfahrungsgemäß nachgewiesenes dringendes Bedürfnis vorhanden ist. Er befolg: somit nur das Beispiel, das er schon zur Silbernen Hochzeit weiland Kaiser Friedrichs durch die Begründung der Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung gegeben hatte, die Hunderten von israelitischen Kultusbeamten die Alters- und Reliktenversorg'ung ermöglicht hat. Obwohl streng rituell geführt und von jüdischen Beamten geleitet wird, nach dem Vorgänge vieler anderer jüdischer Institutionen der Wohltätigkeit und der Erziehung, diese Anstalt, soweit der Raum es gestattet, auch christliche Pfleglinge aufnehmen. Wir fordern edle Wohltäter, die zumal schwachsinnigen Kindern den Weg ebnen wollen, möglichst nützlicke und glückliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zu werden, auf, ihre Spenden für die Anstalt für jüdische Schwachsinnige an unser Bureau, Berlin w 3|5, Steglitzerstr. 85,! senden zu wollen. Über die Beiträge wird in den öffentlichen Blättern quittiert werden. Berlins im Oktober 1905. Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. — Ein Vermächtnis von 25000 Mk. hat der kürzlich in Köln verstorbenene Professor Seiß, einer der bedeutendsten Lehrer des Kölner Konservatoriums für Musik, neben einer Reihe von Legaten an andere nichtjüdische Wohltätigkejtsanstalten, dem hiesigen israelitischen Asyl für Kranke und Altersschwache hinterlaffen. Professor Seiß war christlichen Glaubens. — Am 8. Oktober hat sich in Berlin der „Bezaleh", Komitee für Entwicklung vpn Kunstgewerbe und Hausindustriein Palästina, definitiv konstituiert. Zun Vorsitzenden wurde Professor Dr. C. Marburg, zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr Paul Nathan, zum Schatzmeister Berthold Israel gewählt. Dyn Komitee gehören ferner an: James Simon, Dr. E. Mittwoch, Dr. S. Soskin, Fabriksbesitzer S. Heppner, Dr. H. Hildesheimer, Dir. P. Lewy in Firma Gladenbeck u. Sohn, Dr. F. Oppenheimer, Professor Dr. M. Philippson, Dr. P. Schottländer. Den künstlerischen Beirat bilden: I. Bodensteich Josef Jzraels, Max Liebermann, E. M. Lilien, H. Struck. Es wurde beschlossen, die Schule mit Beginn des Jahres 1906 zu eröffnen, zu welchem Zweck der Bildhauer Pro essor Boris Schatz und der Maler EM. Lilien sich demnächst stach Palästistä begeben werden. Eine Anzahl Schüler hat sich bereits

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.