Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 283 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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283 24stündiges Heißbleiben an Vorzüglichkeit gewonnen haben, so daß auch „Cophinus et wnum' selbsttätig weitergekocht haben mögen. Leider hat Juvenal sich nicht sagen lassen — trotzdem er sich für die Juden sehr interessierte — was für ein „gesetztes Esten" sie in der Kochkiste hatten.. Horaz hätte es aber sicher gewußt; dehn nach der Ansicht eines unserer bedeutendsten Althistoriker war Horaz der gleichen Abkunft, wie der große deutsche Dichter, der im 19. Jahrhundert die in der jüdischen Kochkiste reif gewordenen Sabbat^peisen besang. — Ein Bureau für die Leitung der gesamt-zionisttschen Bewegung ist bereits in Köln eingerichtet worden, nachdem auf dem letzten Zionistenkongreß bekanntlich die Verlegung des Bureaus des Zionistenkongrestes von Wien beschlossen und Herr D. Wolffsohn-Kötn zum Präsidenten des zionistischen Aktionskomitees gewählt wurde. Das Bureau des Nationalfonds wird in Wien bleiben, unter der Leitung des Herrn Direktor Kremenezky. Über die Verlegung der „Welt" von Wien, des Zentralorgans der Zionisten, wird ein Beschluß erst noch gefaßt werden. — Die Portugiesengemeinde inHamburg beging am 26. September zugleich mit dem Jubiläum des 50 jährigen Bestehens der Synagoge in der Markusstraße die Jrbelfeier eines mehr denn 2p0 jährigen Bestehens der 'Gemeinde. Die ältesten Spurxn der Anwesenheit portugiesischer Juden in Hamburg reichen in die siebziger Jahre des 16. Jahrhunderts zurück, ^och wurde ihnen nicht gestattet, sich zu einer Gemeinde zu verbinden, noch ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Erst im Jahre 1627 wurde ihnenj ein eigener Friedhof auf den Kohlhöfen überlassen, und im Jahre 1652 erfolgte dann hie Zusammenfassung der bisherigen drei Vereinigungen zu einer Hauptgemeinde. Die Zentralstelle der Gemeinde! wurde nach dem Altenwall verlegt und erhielt den Namen „Bet Israel", der noch bis heute der Portugiesengemeinde geblieben ist. Die Hauvtsynagoge auf dem Altenwhll hieß „Esnoga de Bet Israel" und zum Hauptrabbiner!wurde David Cohen gewählt, der in der gelehrten Welt unter dem Namen „Cohen de Lara" als Autorität auf dem Gebiete der rabbinischen wie altklassischen Philologie bekannt war. Die, Portugiesen waren damals die einzig anerkannte jüdische Gemeinde in Hamburg, deshalb blühte sie rasch auf, bis sie später von der deutsch-israelischen Gemeinde weit überflügelt wurde. Die Synagoge am Altenwall wurde 1842 beim großen Brand ein Raub der Flhmmen und im September 1855 wurde die heutige Synagoge in der Marküsstraße ^eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. — Die Verwaltung der Stadt Bing kn hat der israelitischen Religionsgemeiude daselbst anläßlich der Synagogen- Einweijhung ein Festgeschenk in Höhe von Mark 6000 bewilligt, mit der Bestimmung, daß bajfür die Kosten der Orgel bestritten werden sollen. — In Königsberg wurde das israelitische Waisenhaus für Stadt und Provinz seiner Bestin imung übergeben. — Die sillberne Hochzeit unseres Kaiserpaares findet im Februar 1906 statt. Se. Majestät der Kaiser hat sich persönliche Gaben zu seinem Ehejubiläum verbeten, dagegen seine Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben, Stiftungen für gemeinnützige Zwecke zu Ehren dieses Tages entgegen zu nehmen. Wir erinnern daran, daß gelegentlich der silbernen