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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Date
1905-11-01
Page
Seite 280 (sequence 42)
Language
German
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280 fttfjeit Obhut des Fräuleln Antonie Lepehne unterstanden, darunter 9 Vollwaisen, 1^ vaterlose- 2 mutterlose Mädchen. In ihrer geistigen Entwicklung waren unsere. Zög^ linge dadurch gefördert, daß ihnen die gleichen Vergünstigungen wie in früheren Jahren von dem Freien Deutschen Hochstift, dem Kaufmännischen Verein, dem Verein für jüdisch^ Geschichte und Literatur, * der Volksbibliothek, dem Palmengarten und Zoologischen Garten, wie auch von der israelitischen Gemeinde durch Überlassung von 12 Synagogen^ platzen gewährt wurden. Am 4. Mai 1902 waren 25 Jahre seit dein Bestehen unseres Stifts verflossen. Mit Rücksicht auf das kurz vorher erfolgte Ableben des Herrn Georg Speyer wurde von einer größeren Feier abgesehen. An einer kleinen Hansfeier riahme^ auch frühere Zöglinge Stifts Teil. Von den Hinterbliebenen des Herrn Georg Speyer wurden dem Stift; 3000 Mark zuteil. Gleiche Beträge wandte Frau Charlotte Speyer am 3. Mai 1902 und 17. November 3904 dem Vereine zu. — Im „Verein für Geschichte und Altertumskunde" in Frankfurt o. M. hielt jüngst Herr Dr. Hülsen einen Vortrag über den älteren jüdischen Friedhof dieser Stadt hinter der ehemaligen Jndenmaner, heute an O^attonn- und Stoltzestraße gelegen. Man ist darauf bedacht, die heilige Stätte, die niest nur ein historisches, sondern auch ein Kunstdenkmal ersten Ranges genannt werden muß — besonders wegen ihrer uralten Grabsteine — wirksam zu konservieren und zu schützen, da die Durchbrüche der neuen Straßen ihr bedenklich nahe nickten. Die Gefahr lag vor Augen, daß die weilen Raume des Friedhofs al^ willkommene Bauplätze ausgeschlachtet werden würden: aber die jüdische Gemeinde har sich mit Erfolg dagegen gewehrt und vor Jahresfrist hat sich ein Komitee gebildet, das die Erhaltung und Wiederherstellung des Friedhofs ins Werk zu setzen und in zweiter Lini^ die wissenschaftliche Ausnahme vorzubereiten hat. „Haus des Lebens" haben die Inders in poetischer Weise i hebrätsch) ihren Friedhof genannt. In der Tat tritt der Tod hief wie ein Symbol vor uns! hin und die Kunst hat einen Glorienschein um die Majestät des einigen Schlafes gelegt. Das Denkmal ist geradezu eine Sehenswürdigkeit der Stadt Frankfurt, Hülsen meint: einzigartig in der Welt. Das wird sich erweisen. Eä steht durch sein hohes Aster jedenfalls ausnahmsweise in Deutschland da. Nur die jüdischen Friedhöfe von Prag, Amsterdam und Worms lassen sich ihm vergleichen. Ein Segen, daß es dem Verkehr entrückt, fast vergessen war. Künstlerisch genommen unters scheidet sich allerdings der! Frankfurter Friedhof wesentlich von anderen dadurch, daß er keine Sarkopha g - Fo rmen der Grabsteine, keine Dumben, wie sie in Konstantinopel und Smyrna mit Häuptern Vorkommen, auflueift ’ auch Prag hat noch solche und sie zeigen sich auf einem berühmtes niederländischen Bilde der Dresdener Galerie. Der alst Frankfurter Friedhof hat jmir Stelen, aufrechte Grabsteine mit Inschriften, allerdings oft von reicher künstlerischjer und epigraphischer Ausstattung. Im ganzen ist der Ein! druck des Denkmals ein schlichter. Ausgeglichen lvird diese Nüchternheit durch dl; sonstige ungemein hohe Poesie der Stätte. Da sieht man über eine wahre Heerscharr von Totensteinen hinweg, die wie Regimenter sich ansdehnen und die überall von beni t

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