Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 275 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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275 einwirk-t." Nicht nur Christus, mich Moses wird zitiert. So bemerkt er a. a. O. H. S. 136. „Alle die grundlegendest Lehren des Lebens lassen sich mit wenigen Worten sagen, wie dies bereits so mancher Menschheitslehrer getan hat, z. B., Moses in seinen zehn Gesetzestafeln u. a. m." Nicht als Ruhm, aber als ein Zeichen der Vorurteilslosigkeit des Berfaffers heben wir hervor, daß Ritter Männer zu uns sprechen läßt, diss zwar der Religion nach dem Judentum, ihrem Wirken nach aber der Menschheit angehoren, so beispielsweise Lazarus, Steinthal, Auerbach, Daniel Sanders, L. Fulda, L. Philjippsohn, Nordan, Stettenheim und zahlreiche andere, bedeutende von Dichtern und Künstlern ganz zu schweigen. Lähmend muß hervorgehobtn werden, daß Ritter nicht bloß sehr oft das alte Testament, sondern auch den Talmud und Maimonides zitiert. In dem herrlichen Kapitel „Spruchweisheit" iS. 42kl ff) finden wir nicht nur zahlreich« Sprüche aus Bibel und Talmud angeführt sondern auch jüdische Sprichwörter aus dem Mittelalter und der Neuzeit. Der Berfaffer unterläßt es auch nicht, für die letzteren als Quelle der jüdischen Zeitschrift „Ost und West" Juli 1903 abzugeben. Auch zahlreiche Photographien (darunter von Spinoza, Börne, Heine, Lazarus Fulda u. a.) und zum Nachdenken anregender Bilder moderner Meister find dem Prachttsterke einverleibt. Wir schließen unsere Besprechung dieses Prachtwerkes, das wir mit besonderem Vergnügen den weitesten Kreisen 'empfehlen, mit den Worten des nichtjüdische» Schriftstellers W.Kirchbach (a.a. st). 1 S. 192). „Mer alles, was man die interne Geschichte des Judentums nennt, herrschen noch in den weitesten Kreisen meist sehr abenteuerliche, dunkle, ja mystische Vorstellungen. Es unterliegt für den objektivdenttnden Geschichtsschreiber keinen Zweifel. Der Gesamtumsatz her allgemeinen Kultuswert», den diese Nachkommen einer alten mächtigen Kultur in Mesppotanien und Palästina als eine der ältesten Kulturraffen unter den jüngeren Kulliiryölkern hervorgebracht habest, war ein so mächtiger, daß er soviele Gefahren des Kulturlebens der Völker glücklich paralysiert hat, daß so reiche Geistesworte im Umlauf erhalten wurden, so viele Neuwerte aus der Anstauung von Kapitalsgütern in den Hästden dieser Religionsgemeistschaft hervorgegangen sind, daß einst das Fazit der Weltrechnung auch moralisch - praktisch ein weit günstigeres „Haben" für die jüdische Gesamtheit ergebest wird, als dieJnstinkte und Abneigungen der Zsit glauben wollen, j