Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 266 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Di« fl)«rodfer;s Bon Es ist alles so klar und einem Schachspiel. Auch «ft in Spiegel moderner Kramen. eisrabbiner Dr. Max B e e r m a n n - Insterburg. (Fortsetzung). Das ist in knappes Zügen der Gang der Hündlung. Man sieht, es fehlt der Komposition nicht an Feinheit, aber die Ausführung läßt die rechte Wärme vermissen. kalt, als säße man nickst vor einem Schauspiel, sondern vor der Schilderung des zeitgeschichtlichen Milieus mangels die satten Farben. Trotzdeist hat der Dichter — ohne daß er gründliche Vorstudiest gemacht hat, Vieles intuitiv richtig gesehen. Vor allem aber ist seine Meisterschaft in der Charakteristik zu bewundern. Dieser Herodes in seiner dämonischen Bosheit steht vor uns, lebendig und greifbar, eine Gestalt aus Fleisch und Blut, an die wir glauben Dieser rücksichtslose Realpolitiker, der über Leichen geht, dieser nüchterne sich dem römischen Wesen verwandt und ist durch eine wl ltenweite Kluft von dem Firsten und Denken seines Volkes getrennt. Verständnislos steht er dem Sehnen und Sin aen seiner Nation gegenüber. Was soll ihm Gottesreich und Aus dieser Erde quillen seine Freuden und diese Sonne scheinet seinen Andacht und Gesetzestreue? Die Speisesatzungen, die seine müssen. Wirklichkeitsmensch fühlt Unsterblichkeit? Leiden. Was soll ihm Untertanen gewissenhaft befolgen, sind ihm nur lästige Fesseln, die sein Volk vost der Vermischung mit den He' Wert liegt, daß sie zur den zurückhalten sollen; daß in diesen Gesetzen ein idealer Enthaltsamkeit und Selbstbeherrschung erziehen wollen, dafür fehlt ihm naturgemäß bal Auge Das ist die furchtba siechte, daß die Könige waren mit ihm im Glau^ der Vergangenheit, nicht baren und mittelbaren Herodes Antipater, der nennen sollen, lebte in war Johannes, der Wüstest bad anpries und den man Freimut das Verbrechen mußte er zunächst für Salome sein Haupt wir den wenigen Versen des greifende Tragödie des Thr Er blu sein re Tragik, an der schließlich das jüdische Staalsleben dahinsraels sich nicht eins fühlten mit ihrem Volke, nickt eins en, nicht eins waren im Hoffen, nicht eins in der Verehrung eins in der Zuversicht auf eine selige Zukunft. Die unmittelonfolger des Herodes wandelten in den Wegen ihres Ahnhprrn. kel des „großen" Herodes, den man lieber hätte den grausamen tschänderischer Ehe mit seines Bruders Weib Herodias.! Es Prediger, der als Sinnbild der sittlichen Neugeburt das ^aufdarury als den „Täufer" bezeichnet, der mit prophetischem brandstrarkte. Er ward zum Märtyrer. Im Gefängnis e Überzeugung leiden und dann, als des Königs Stieftochter für seine Glaubenstreue sterben. Sudermann hat aus neuen Testaments, die uns diesen Vorgang berichten, die errläufertnms zu gestalten gewußt. nschte Bo!