Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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264 setzt. Man macht nich' mehr die Reinigung des Tempels von heidnischen Götzen, l>ie Wiederherstellung des jüdischen monotheistischen Kultus, die Weihe des Tempels zur Verehrung des einzigen Gottes zum Mittelpunkt des historischen Festes, sondern die kriegerischen Heldentaten der Makkabäer, das Heldengenie Judas, die Tapferkeit seines kleinen Heeres. - Die Hallellieder während der Festtage, die Verlesung der Weihe t!es Stiftzeltes aus der Thora, das Auzunden von Lichtern, der besondere Prophetin- Abschnitt am Sabbat^-Chanuka; dies alles soll nicht zur Verherrlichung Gotfes und als Ausdruck des Zankes für die göttliche Vorsehung dienen, sondern zum Preise der „Makkabäer", der schlachten, die sie geschlagen und des militärischen Ruhmes, t^en sie erworben haben. Also kein Altar, keine Opfer, keine Weihe des göttlichen Heiligtums, sondern die außerordentlichen, kriegerischen Erfolge der Makkabäer. Aas ist durch und durch unjüdisch, ein Attentat auf den strengen monotheistischen Geist unserer Religion. Das Judentum feiert keine Menschen, mögen sie Moses, Arpn, David, Salomo, Jesaw, Jeremia, Juda der Makkabäer oder R. Akiba heißen, feifne Feste.werden nicht nach einem sterblichen Menschen genannt, sondern beziehen sich fiuf die Taten der göttlichen Vorsehung, auf die Erlösung, die Erwähltheit und die Ob^ut des israelitischen Volkes, sollen an Gott erinnern und nicht ein sterbliches We^en verherrlichen. Unser Gott ist Einer, dem niemand zur Seite gegeben werden kann, Sein ist die Größe, die Macht, der Sieg und die Hoheit und es heißt die jüdische Gottes- Idee trüben und sie ihrer Strenge berauben, wenn ein irdisches Wesen zum Schwerpunkte eines welthistorischen Ereignisses gemacht wird. Das Purimfest führt nicht hen Namen Esthers oder Mvrdechais, welche doch gewiß sehr viel zur Rettung der Indien .beigetragen haben. Es findet sich auch nicht in der ganzen jüdischen Literatur der Raine „Makkabäerfest", weil er einem kleineren Kreise jr Element in das Judentum einznführen und ein Fest zu feiern, daß den Namen v)n Menschen trägt. Einige hamaccabij m" zu reden. Wie aber entstand im reinen Geiste des Judentums absolut unstatthaft ist. Erst nger' Männer unserer Zeit blieb es Vorbehalten ein heidnisches hebräische Zeitungen haben sich auch beeilt, von einem „Chjig Das ist so wenig hebräisch als jüdisch, diese Verirrung? Durch eine andere, welche die Fahne eifies nationalen Judentums ir unserer Zeit aufgepflanzt. Nationale Juden? Wo sind dein die Bedingungen zu einer Nationalität? Die Juden sind ein eigener Stamm und bilden eine besondere Religionsg rnossenschaft. Sie sollen die alte hebräische Sprache, die Sprache' der Literatur seit Jahrtausenden pflegen, ihr reiches Schriftum studieren, ihre Geschichte genau kennen lernen, ihr Glaubensbekenntnis hoch halten und demselben die größten Opfer bringen, auf die Wüsheit der göttkichen Vorsehung, die Verheißung ihrer Propheten und den Entwickelungsgang der Menschheit vertrauen und hoffen, daß die erhabenen Ideen und Wahrheiten drs Judentums den Sieg davontragen werden, im Übrigen aher sich den Nationen anschließen, deren Mitbürger sie sind,' deren Schlachten mitschlaHen und deren Institutionen zum Wähle der Gesamtheit mitfördern. Was die Erfüllung