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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 256

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Date
1905-11-01
Page
Seite 256 (sequence 18)
Language
German
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256 Thora, brachte die größten Opfer für die Schulen, die sich stets der schönsten Blüte - erfreuten, und gewann hierdurch Kraft und Mut, um einer Welt in Waffen zu trotzen und alle seine Feinöe zu überdauern. Nur durch die Kenntnis der Religion kann die Jugend zu wackern Männern, zu begeisterten Glaubenshel den, zu wahrhaften Jsraliten, d. h. zu Glaubenskämpfern herangebildet werden. Sind alle deine Kinder, nicht blos die Theologen, in der Lehre Gottes gründlich unterrichtet worden, so werden sie glücklich und zufrieden leben, selbst ihren Gegnern Achtung abgewinnen und alle Angriffe mit den Waffen des Geistes glänzend zurückweisen. Es muß daher eine jede jüdische Gemeinde dafür Sorge tragen, daß in ihrer Mitte eine Stätte sich befinde, in der bie Jugend in der Religion von würdigen, gottbegeisterten Lehrern gründlich unterrichtet werde, und eine Stätte, in der die Erwachsenen mit den Grundlehren der Thora, mit der Ethik der Religion aufs innigste vertraut gemacht werden und zwar von Männern, die das Judentum nach außen würdevoll zu vertreten und im'Innern der Gemeinde eine segensreiche Tätigkeit zu entfalten im stände sind, von Männern,, die im Sinne und im Geiste des großen Lehrers Moses ihres Amtes walten. Ich sage im Geiste des großen Lehre: s Moses, denn Moses war es ja, der, bevor er den Schauplatz seiner langjährigen, überaus segensreichen Tätigkeit und Wirksamkeit verlassen sollte, in einem inbrünstigen Gebete die Pflichten eines Religionslehrers, wie die Tugenden und Eigenschaften, die ihn zieren und schmücken solltet!, bildlich gezeichnet und charakterisiert hitte: „Gott, der Herr aller Geister, alles Fleisches, möge einen Mann an idie Spitze der Gemeinde setzen, einen Mann, der sich durch Charakterfestigkeit, See^engröße, Biedersinn, Herzensgute, gründliche Gelehrsamkeit, Scharfsinn und Leben!sklugheit auszeichnet, damit er die Gemeinde nach außen würdevoll vertrete und . ihren Ruhm und Glanz, ihre Ehre und ihre Würde erhöhe, denn jede Gemeinde, gleichviel ob groß oder klein, wird nicht nach den einzelnen Mitgliedern derselben, sondern nach jenen Persönlichkeiten beurteilt und gewürdigt, die sie vertreten leiten und führen, unterrichten und unterweisen. Sind die Lehrer, Vertreter und Fahrer, die au der Spitze der Gemeinde stehen, ehrenwerte Persönlichkeiten, Männer - von Ruf, so gewinnt auch die Gemeinde an Ansehen und Achtung. 'Werden aber die wichtigsten und heiligsten Ämter der Gemeinde von Männern zweifelhaften Charakters und unbedeutendem Wissens bekleidet, so wird auch die Gemeinde sel st in ein schiefes Licht gesetzt und verliert an Achtung und Anseben. „Nicht der Orr ist es, der den Mann verherrlicht und seinen Ruf verbreitet", sagen unsere Weisen, „sondern der Mann, wejm er eine hervorragende Persönlichkeit ist, ziert und schmückt, ehrt und verherrlicht desi Ort seines Aufenthaltes, die Stätte seines Wirkungskreises" (Taanit 21,. Jnbezug auf das Wort des Propheten Jeremias 16: „Zion wurde seines Schmuckes beraubt", bemerkt der Midrasch, „das sind die Männer der Weisheit, die Träger der Gotteslehre, .die Förderer der Wissenschaft lmd der Religion."

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