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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-10-01 · Heft 10 (1.10.1905) · p. Seite 238

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 10 (1.10.1905)
Date
1905-10-01
Page
Seite 238 (sequence 24)
Language
German
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238 Feodorowna, die Gemahlin Alexanders III., weigerte sich entschieden^ sie zu empfangen, und so ward es ihr unmöglich, die Hoffähigkeit zu erlangen. Und auch die jetzige den gleichen energischen Widerstand allen Versuchen entgegengesetzt, die bis in die letzte Zest unternommen wurden, um sie zu bewegen, sich Frau v. Witte vorstellen zu? lassen.! Erst jetzt, da Herr v. Witte fast wie ein sieggekrönter Feldherr von Pcrtsmouth heimkehrt, haben sich endlich die Tore von Peterhof und des aud| seiner „mesalliierten" Lebensgefährtin geöffnet. Der Regimentsarzt Di. Eig^r aus Warschau, ein Urenkel von Rabbi Akiba Eiger, der sich nach der Belagerung von Port Arthur in japanischer Gefangenschaft befand, ist von der Gesellschaft der Psychiater an der Universität in Tokio zum Ehrenmitglied ernannt worden. — Her junge Millionär T. G. Phelps Stokes, der sich durch seine große Wohltätigkeit einen Namen gemacht hat, verheiratete sich in Noretov Conneeticut mit Miß Rose Pastor, deren außergewöhnlicher Entwicklungsgang viel von sich reden machte. Sie ist jm Londoner Ghetto von russischen Eltern geboren und war dann in Cleveland Zigarrenarbeiterin. In ihren Mußestunden bildete sie sich wissenschaftlich fort, und ihre, schriftstellerische Begabung verschaffte ihr den Ruhm einer Dichterin. Zuletzt studierte sie an einer amerikanischen Universität. Sämtliche Mitglieder der Familie Stokes wohnten der Hochzeit bei. Ein Extrazug brachte 500 Gäste dazu aus New-Kork, daran er vielx einfache Freundinnen der Braut aus dem New- Horker Ghetto. Auf seiner Hochzeitsreise gedenkt das junge Paar das Londoner Judenviertel zu besuchen. — Der :n Philadelphia verstorbene Moses A. Drop sie hat 160000 Lstr. 3 V* Millionen Mark zur Errichtung einer Anstalt für das Studium der Bibel und der hebräischen Literatur hinterlassen. Als Sohn armer Eltern 1821 in; Philadelphia geboren, arbeitete'Dropsie zunächst in einem Kontor für die Uhrenbranche, um sich später dem Studium des Jurisprudenz zu widmen. 1856 trat er an die Spitze der Atttisklaverei - Bewegung und . leitete als Abolitionist den Wahlkampf der Republikaner in Pennsylvanjen. Obgleich so mit politischen Organisations-Arbeiten vollauf beschäftigt,' nahm ex dennoch an dem geistigen Leben seiner jüdischen Brüder lebhaften Anteil. Er war .Verwaltungsmitglied fast aller jüdischen Wohltätigkeits- Vereine, einige Jahre hindurch auch Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Lebhafte Sympathien brachte'er jedoch der jüdischen Literatur entgegen und betätigte dieselben, indem idr jahrelang Vorsitzender der hebräischen Unterrichtsgesellschaft und hervorragendes Mitglied des „Grätz - College" war. Leider verlor er im Jahre 1890 gänzlich das Augenlicht und war so genötigt, sich allmählich von jeder öffentlichen Tätigkeit, sowie von der Wirksamkeit als Rechtsanwalt zurückzuziehen. Da er unverheiratet war, hinterließ er den größten Teil seines Vermögens dem obengenannten Zwecke.

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