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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-10-01 · Heft 10 (1.10.1905) · p. Seite 236

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 10 (1.10.1905)
Date
1905-10-01
Page
Seite 236 (sequence 22)
Language
German
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236 der kaiserliche Statthalter Fürst zu Hohenlohe- Langenburg 3000 Mk. — Am 29. Juli starb in dem hohen Alter von 81 Jahren in Königgrätz Herr Rabbiner Abraham Koh n. — Zum Rektor de : Universität in Czernowitz wurde Herr Professor.Dr. S. Herzberg-Frankel gewählt. — Am 11. September wurde Herr Dr. Ludwig Levy feierlich in sein Amt als Rabbiner )er israelitischen Cultusgemeinde in Brünn eingeführt. Er machte mit seiner Antrittsrede einen tiefen Eindruck auf die versammelte Gemeinde. — Die neugewählten Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Budapest Herr Dr. Julius Fischer urd Herr Dr. Simon Händler wurden am 8. September im Iitzungssaale der Kultusgemeinde namens des Gemeindevorstandes vom Bizepräsidenten Dr. Philipp Weinmann begrüßt. Äie beiden Rabbiner begaben sich sodann zum Gottesdienste. Am 8. September abends hielt Herr Dr. Fischer und am 9. Herr Dr. Händler die Antrittspredigt. — Herr Karl Weiß aus Olsowetz, der bis nun sechs Jahre als erster Gemeinderat tätig war, ist jüstgst von sämtlichen Ausschußmitgliedern zum Bürgermeister gewählt worden. Der Fal^ ist umso interessanter, als Herr Karl Weiß nahezu der einzige jüdische Einwohner dieses Gemeinde ist, der inmitten einer rein christlichen Bevölkerung lebt. — In der stattgehabten Sitzung des Proffessoren - Kollegiums der Wiener medizinischen Fakultät wurde für j das Studienjahr 1905/06 der ordentliche öffentliche Proffessor der Anatomie Hofrat Dr. Emil Zuckerkandl zum Dekan der Wiener medizinischen Fakultät gewählt. — Der Ünterrichtsminister hat eine Entscheidung in folgender Frage getroffen: Der jüdische Fabrikdirektor F. Trebitsch in Kesm^rk ließ an seinem Sohne die Ci'reumcision nicht vorzunehmen. Im vorigen Schuljahre wurde der Knabe in die dortige evangelische Schule eingeschrieben, wo er durch den Religionslehrer Heinrich Deutsch über Weisung des orthodoxen Rabbiners vom Religionsunterrichte ausgeschlbssen wurde. Trebitsch führte hierüber Klage beim Schulinspektor, der die Angelegenheit an das Unterrichtsministerium leitete. Der Minister hat XXXVIII: 1868 und den G.-A. XXXII: nun. mit Berufung auf Yen 8 11 des G.-A. 1904 den Schulinspektor a ^gefordert, dafür zu sorgen, daß dem Knaben der israelitische Religionsunterricht zuteil israelitischen Landkanzlei, weise die Teilnahme am qua non nicht abhängig. werde. Der Minister beruft sich auch auf das Gutachten der wonach die Zugehörigkeit zur jüdischen Konfession, beziehnngs- Religionsunterrichte, von der Circumcision als conditio sine sei. — In Paris hat sich der ehemalige Bankier Baron Salomon von Günzbuig am 14. September erschossen. — Es ist interessant, daß unter den Namen, welche dia Fassade schmücken, sich auch der Kaschis befindet, am 6. August im 47. Lehensjahre verstorben, altangesehenen Familie. der Bibliothek Samte - Genevieve in Paris In Brüssel ist Profeflor Leo Errera Leo Errera stammte aus der bekannten Er war Botaniker von Beruf und hat sich in seiner Wiflenschaft einen angesehenen K ämen erworben. Für das nächste Studienjahr wurde er zum Rektor der Universität gewählt: außerdem war er Mitglied der Akademie der Wiffenschaften. Seine innige Liebe zu seinen Glaubensgenossen führte ihn zur Zeit der Juden-

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