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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-10-01 · Heft 10 (1.10.1905) · p. Seite 231

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 10 (1.10.1905)
Date
1905-10-01
Page
Seite 231 (sequence 17)
Language
German
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231 schneidender Kälte zurück. Herodes sicht, daß sein Geheimnis wieder verraten ist, in wahnwitziger Eifersucht läßt er Soemus und'Mariamne als Ehebrecher hinrichten. Mariamne stirbt gern. Für sie, die tiefgekränkte und grenzenlos Entwürdigte, hat das Dasein jeden Wert verloren. Sie sieht sich in Liebe und Leben betrogen. ~ (Fortsetzung folgt.) Monstskcbau. Wie uns der Direktor der Stadtbibliothek mitteilt, hat die Frankfurter Bibliothek von Frau Baronin Mathilde von Rothschild eine höchst wertvolle Schenkung erhalten, welche die hebräische Abteilung dieser Anstalt sehr bereichert. Sie besteht in einer Sarnnjlung karäischer Werke. Die Karäer, eine um die Mitte des 8. Jahrhunderts' n.! Chr. in Babylonien entstandene jüdische Sette, die im Gegensatz zu den Rabbaniten | bie rabbinische Überlieferung vewarf, finden sich heute nur noch in kleinen Gemeinden zerstreut in der Krim, in Südrußland, in der Türkei, in Nordafrika und Ägypten, besonders in Kairo. Ihre gedruckte Literatur meist polemischen, exegetischen und liturgischen Inhalts ist in Europa nur sehr schwer zu bekommen. Die Stadtbibliothek besitzt nunmehr durch die Schenkung der Freifrau von Rothschild fast alle gedruckten Sterke der Karäer. Diese höchst seltenen Schriften, die sich zum Teil nur im British Museum in London finden, find teils in hebräischer, teils in jüdisch-türkischer Sprache verfaßt. Sie bereichern auch unsere Kenntnis von der Druckertätigkeit der Karäer, da sich darunter zwei bisher bibliographisch nicht verzeichnte Drucke finden, und bieten wertvolle^Proben des noch nicht behandelten jüdisch-türttschen Dialektes — Die jüdische Bibliothek und Lesehalle in Frankfurt a. M. Bleichstraße 21 wurde am 24. Septemher der allgemeinen Benutzung übergeben. Zuwendungen von Büchern für dieselbe sinh an Herrn Dr. Phil. F. Kaufmann zu richten. — Der Ausschuß des „Verbandes der! Vereine für jüdische Geschichte und Literatur" hat, um vielfach an ihn herangetretefien Wünschen zu entsprechen, sich entschlossen, die Restauflage des Jahrbuches für jüdische Geschichte und Literatur von 1899, 1902 und 1905 allen Rabbinern, Lehrern unh Kantoren in Deutschland und Oesterreich zum Preise von 1 Mark pro Exemplar Einschließlich Porto, in deu anderen Staaten zum gleichen Preise exklusive

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