Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1905)
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 220 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Mögen immerhin die Daten, die Kayserling in! Lehrbücher der Geschichte wie bisher auch fürderhin die seinem „Christoph Columbus" zu Tage gefördert, geflissentlich übergehen. Totschweigen können sie dieselben, aber nicht totsagen. Der jüdische Leser — und um diesen ist es ja vornehmlich zu tun — er ist gewohnt, seit Kayserlings sensationellen Nachweis in dem Kapitel von der Entdeckung Amerikas ein's Columbus, Amerigo Vespuci, Vasco de garaa, auch den es jüdischen Kalkulators matematischer Tabellen und Beden leuchtenden Namen nicht minder glänzenden xen Gleich Ausgezeichnetes s o h n (Moses.Mendelssohn über ihn 1873); Arbeiten, N gleiters des kühnen Weltujmseglers hinzuzufügen, sowie die Namen all jener Juden, die Kayserling als jene Faktorey ausdrücklich anführt, die das Entdeckungswerk m a te r i e l l förderten. Und kann besteht das p o s i t i v e Verdienst des Heimgegangenen Forschers um den jüdischen amen. 4- * schuf K ayserling als Biograph geschichtlich hervorragender Persönlichkeiten un) ia insbesondere des deutschen Platon Moses Mendels- M. Ungedrucktes und Unbekanntes von ihm und eine herrliche Mosaik sich präsentieren, geschmückt ist die Quelle der erstaunlichen Verklärten innewohnte? ( 1^62. M. die wie mit dem Edelgestein großaritic er Lebensweisheit der Weltweisen. wird eine würoig; Aufgabe des künftigen Biographen unseres Forschers bilden, den Spuren dieser Viel eitigkeit desselben nachzugehen. Wir lernten Kayserling gleichsam als eine „providenti:lle Notwendigkeit" kennen, deren eine bestimmte geschichtliche Disziplin lange Zeit bedurfte. Auch im Reich des Geistes ringt ein Problem oft nach seinem Ausdruck, genau soi wie in der Erscheinungswelt eine Idee der ihr würdigen Individualität entgegenha^rt, um durch diese lebendige Gestalt zu erhalten. Wo aber biographischen Gestaltungskraft zu suchen, die unseren lag zweifellos in seinem Wesen ein Teil der Geistesgabe jener Heldencharaktere der Geischichte, die er zu neuem Leben auferweckte. Wer ihm je begegnete, der erkannte sofort bte ruhige, abgeklärte, philosophische Kontemplation, die ihn zu dem geistesverwandten Denker aus Dessau unwiderstehlich hinzog. Und diesem Umstande^verdankt offenbar die Kulturgeschichte eine ihrer schönsten Charakterschilderungen. hier wie überall: „Wer vieles bietet, wird jedem etwas Würdigung der Mendelssohn'schen Preisarbeit für die philosophischen Wahrheiten". . . (Juni 1763), dort, wo er die Wurzeln der glänzenden Schrift: „Phädon" historisch analysirt, wo er der ersten Anregung des „Jerusalem" feinsiynig nachspür^ und solcherart dem bietet, ebendort kommt auch der gebildete Laie auf seine er die kritische Schärfe im Urteile über die Männer der entlehnt, die einem Maeaulay Ehre machen würde, dort, wo er eine erstaunliche Gründlichkeit über historische Dinge und Tatsachen bekundet, würdig eines Brandes odexi Kuno Fischer!. Seine Devise lautete bieten." Neben der kritischen die Berliner Akademie: „über Gelehrten das denkbar beste Rechnung. Dort ist es, wo Geschichte den besten Muster: l