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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-09-01 · Heft 9 (1.9.1905) · p. Seite 208

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 9 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
Seite 208 (sequence 16)
Language
German
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208 — seh ich die törichte Wett Israels Dichter gedichtet Gönnern gefunden, so Die sich für weise und verständig hält — Toren die sich nicht scheuen gleich zu stellen — Den Bäumen Edens totes Holz der Schwellen. — Gebirol war von e uer hingebungsvollen Begeisterung für die hebräische Sprache erfüllt, die an seiner Glu sich verjüngte. „Zwerge an Geist jind's, die sich Niesen dünken, die alles Fremde blind anbeten und das Große in ihrer eigenen Mitte verachten" ruft er seinem Glaubensgenossen in Saragossa zu. „Auf und verbringle es allein", ruft er sich selber ermunternd zu, umgeben von Stolzen, die die Schwingungen seines Geisteslebens nicht ver , müde wird er für. jene Sprache zu kämpfen, in der Gottes Israels Hoffärtigen und standen haben und nicht heiliges Wort gegeben, in der die Propheten zum kranken Bolke gesprochen, in der und seine Denker ihre erhabenen Lehren verkündet haben. Doch; nicht leer verhallten seine Reden, er hat Verständnis bei Freunden und i Jekntiel Jbn Hassan, der unter dem Könige Iachja Ibn Mondhier eine hohe Staatsstellung bekleidete und nach dessen Tode bei dem Staatsminister Samuel Ibn Ragrela, der selbst mit Verständnis, Eifer und Begeisterung für Israels Ehre eingestenden ist. Er gehörte damal? noch nicht zu den charakteristischen Eigentümlichkeiten der groß zu stehen glaubten, sich selbst zu entwürdigen, sich ihres : gar in eitlem verblendeten Hochrnnte bewußt oder unbewußt lrbeiten. Juden, 'die nach Außen Glaubens zu schämen ode an dessen Zerstörung zu Geht auch ein pessimistischer Zugdurch Gebirols weltliche Lieder, weil er gar oft den Stachel des Neide Lieder eine Flamme, die Erzeugnisse dieses Dichter nicht seine persönliche Sl nur sein Geist und glüht sam aus sich selbst heran? und der Mißgunst fühlen mußte, so durchzieht sein/ religiösen nicht verzehrt, sondern erwärmt und belebt. Die poetische s schmücken als Gebete.alle unsere Feste. In sie hat Gebirol mmuug. und Gesinnung hineingetragen, in ihnen leuchtet nicht nicht nur sein Gemüt, in ihnen sind die ewigen unwandelbaren Lehren des Judentums ausgesprochen. In diesen Gebetstücken tritt der Dichter gleichihn durchzuckt in allen Fasern seines Herzens der tragische Schmerz feiges Volkes. j; . Waren auch Ruhe, Frieden und die Freuden des irdischen Lebens ihm, wie den meisten großen Geistern,!die neue Bahnen auf dem Gebiete des Gedankens zu brechen berufen sindnicht beschießen, so haben hierfür Dichtkunst und philosophischer Glaube ihn erfüllt, Awei Engel diie ihre Fittige schützend über ihn ausbreiteten. Ist Gebirol mit eiilem wilden Bergstrome zu vergleichen, der Alles mit sich fortreißt, so gleicht sein Zeitgenosse Bachja Ibn Paknda einem klaren Wasserspiegel, der mild zurückstrahlt das Licht, das sich an seiner Fläche bricht. Bachja war voll tiefinniger Frömmigkeit. In seinem berühmten Buche „die Herzenspflichten" strebt er eine Verinnerlichung des!Glaubens an. Er legte den Hauptwerk auf die Pflichten des

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