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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-09-01 · Heft 9 (1.9.1905) · p. Seite 204

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 9 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 zur Scicrdes fünfundsi^.b gehalten am Vorabend des 1$, festred«, jigsten Geburtstages Seiner Majestät, des Kaisers und Königs Franz Joseph LJ i. August 1905 in der Smiagoge zu Iglan von Rabbiner Tr. I. I. Nnger. Meinp andächtigen Zuhörer! Mitten im Wirbel stationaler Kämpfe und staatsrechtlicher Parteiumtriebe, der seit geraumer Zeit den Gesichtskreis der Monarchie zum tiefsten Leidwesen aller Paterlandsfreunde trübt und verdüstert, winkt uns beute ein heiteres, frohes, hehres Fest, welches die unheimlichen, politischm Schatten zeitweilig mindestens wie mit einem Zauberschtage verscheucht und die Reichsvölker ohne Rücksicht auf ihre nationale Farbe zu einer frohen Kaiserhuldigungfeier ein ladet. Es ist dies, wie Ihr wisset, daß fünfundsiebzigste Wiegenfest seiner Majestät, unseres erhabenen Monarchen und Landesvaters, Franz Joseph I., eiries greisen Herrschers, der seine vielfältigen, überaus schöneren Regentenpflichten mit bewundernswerter Jngendfrische und Arbeitsfrendigkeit erfüllt, und dem zu groß ist, wenn es gilt, den Frieden, den erwärmeilden ölkerleben, zuwahren und zu festigen, den Landfrieden sowohl kein persönliches Opfer Lichtstrahl frostigen si als den Weltfrieden. Und von wem wird den jüdischen Staatsbürgern? Wissen luir es doch ans eigener Erfahrung, daß dort, wo der Parteigeist, der Konfessionsverschiedenheit in der bürgerlichen Gesell seitige Entfremdung der erhebender Gedanke, daß Giftkeim aller-Zersetzung, einmal Wurzel gefaßt hat, auch die eine häßliche Rolle spielt, insofern sie die Gegensätze, die ja chaft niemals und nirgends fehlen, verschärft und die wechsel- Gemüter wesentlich vertieft. Ja, m. A., es ist für uns ein .unser erlauchter Monarch mit geübter, kundiger Hand das werden. Und darüber folgendes Prophetelttvort „Kann man dem Zwingherrn diese kaiserliche Fürsorge lebhafter und freudiger begrüßt als von taatsschifs lenkt und leitet und ihm trotz der hochgehenden, nationalen Sturmflut mit pfadfinderischem Geschicke die Richtung vorzeichnet, die in den sicheren Hafen führt. Wir hegen darum auch d e wohltuende Zuversicht, daß mir der Schlichtung des leidigen. Nationalitätenkampfes auch die sonstigen Gegensätze und Schroffheiten verschwinden wollen nur nunmehr gemeinsam Nachdenken, onknüpfend an der nächsten Haftarah: dem Gewalthaber die Beute entreißen, und können die unschuldig Gefangenen noch gerettet werden'? Ja, so spricht der Ewige: Auch vcrden die Gefangenen entrinnen und much dem Gewalthaber wird die Beute entrissen werden. Mit Deinem Widersacher werde ich streiten und zDeine Sö^ne werde ich befreien'" < Jesaja 49, 24. 25.) Mit diesen scharf betonten Worten wendet sich der Prophet an die ihm Feindeslande schmachtende, tief verstimmte Jsraelsgemeinde, die, von trüben Gedanken beschlichen,

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