Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 allen Grund, usisere Abstammung sehr hoch zu schätzen. So blieb es bis in unsere Heit, da der unvergeßliche Wabriel Messer sich also vernehmen ließ: „Wenn ungerechter Haß an unserem Namen haftet, sollen wir ihn dann verleugnen, anstatt alle unsere Kraft daran zu setzen, ihn, zu Ehren, zu bringen." Ja, unseren Namen zu Ehren zu bringen, das war unsere erste Aufgabe, die wir unter den Völkern zu-.-lösen hatten, ehe denn unser Verhältnis zu ihnen erkannt werden sollte. Mlle, die?Inns sehen, sollten erkennen, daß wir ein gottgesegnetes Ge. schlecht sind." i ■ Unseren Namen zu Ehren zn bringen war gleichbedeutend mit „Kiddnsch haschem", der Heiligung des göttlichen Namens. Unsere Werke, unser Tun und Lassen sollten einen Beweis ahlegen von der Religion, die wir bekennen: durch unser Leben wurde Gott geheiligt oder entweihet. „Gott will durch euch vor den Völkern geheiligt werden!" lautet die Mahnung des Propheten. Diese Mahnung hat unser Stamm zu allen Zeiten betätigt. Als die Schiffsleute zu Jona hintyaten, da vertengnete er nicht Gottes Namen, sondern verkündete ihn laut. Er übte nur eine Verleugnung und das war die Selbstverleugnung, indem er sich für die Mitmenschen zum Opfer brachte. Die Selbstverleugnung, nnc die Heiligung des göttlichen Namens — sie hatten die Schiffsleute zu Gott geführt. „Sie fürchteten den Ewigen, und brachten ihm Opfer dar und taten Gelübde." Das große Heldenepos, das nicht jüdische Geschichte nennt, ist ein fortlaufender Bericht von der Heiligung des göttlichen Namens und es ist um so ergreifender, als die Heiligung fast innner ein Martyrinnj, einen Opfertod bedeutete.' Die Märtyrer hatten nur den einen Trost: „Diejenigen^ welche beschämt werden und andere nicht beschämen, die Schmach hinnehnlen, ohne! sie zu erwidern, die ans Liebe zu Gott handeln und ihrer Schmerzen sich freuen, —Ihnen gilt das Wort der Schrift: „Seine Freunde gleichen der Sonne in ihrer vollstrahlenden Pracht." Bis auf unsere Tage haben wir von eitler solchen Heiligung des göttlichen Namens zu berichten. Oder zeugt es nicht von eitler Treue gegen Gott, turnn man seines Bekenntnisses wegen auf so viele Ehrenstetten, Ämter, Begünstigungen sind Vorteile verzichtet? Zeugt es nicht von einem hohen idealen Sinn, chenn nicm bereit ist, zn entsagen uub Opfer zu bringen, um nicht sein Gewissen zn betäuben? Hkann da noch von einem Materialismus gesprochen werden, den man uns so gern vodwerfen möchte? Es verdient heute wieder erwähnt zu werden, was der bis zum Major! aufgestiegene Burg im Jahre 30 an den Prinzen August schrieb, als an jenen die Forderung erging, die Taufe zu nehmen, um seiner weiteren Beförderung keine Schwierigkeiten zu bereiten: „Auf meiner bisherigen Laufbahn ist mir kein Hindernis anfgestoßen, lvodnrch ich ntich hätte bewogen fühlen können, mich von meinem Glauben, beir mir durch GebnA und Erziehung eigen geworden, der mir in-manchen trüben Stundkn Trost und Beruhigttng verschaffte, förmlich los zu sagen: und wer bürgt mir für hie Beibehaltung nteiner ittneren Ruhe, was bewahrt mich vor