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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 8 (1.8.1905) · p. Seite 190

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 8 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 190 (sequence 22)
Language
German
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190 hundert, der kurz nach dem Tode des Propheten in knfischer Schrift ausgezeichnet worden ist. Armenien hat den frühesten vollständigen Pentateuch zu der Ausstellung beigesteuert, das Manuskript der fünf Bücher Moses, das der Diakon Johann von Amid im Jahre 464 geschrieben hat. — Auch Harnack hatte in seinem Werke über die altchristliche Mission die Indizien für das Vorhandensein einer christlichen Gemeinde in Pompeji als äußerst zweifelhaft bezeichnet, und in-ähnlicher Weise hatten ältere Gelehrte auch die Existenz von Juden in Pompeji bestritten. Es handelte sich dabei vor allem um eine ganz unsichere Kohlenschrift, die man Christanos lesen wollte, und ferner um eine Darstellung des salomonischen Urteils, die aber deshalb nicht beweiskräftig ist, weil es zu dieser Geschichte heidnische Varianten gibt. Nun finden sich aber in der Wand eines bescheidenen Hauses eingekratzt die Worten: Sodoma, Gomora. Es ist wahrscheinlich, daß diese Worte das Urteil eines frommen Mannes über das üppige zügellose Leben Pompejis darstellen, und von hier aus ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder der Urheber dieser Worte ist ein Jude, der die sprichwörtliche Bezeichnung der Sünde und Gottlosigkeit, wie sie in den Schriften des alten Testaments immer wiederkehrt, auf das Treiben seiner Stadt anwandte. Oder wir haben uns an das Wort aus dem Neuen Testament zu erinnern: „Dem Lande der Sodomer und Gomorrer wird es erträglicher gehen am jüngsten Gerichte denn solcher Stadt." Dann würde die Inschrift von den Christen stammen. — Auch in Portugal will man jetzt auf einmal die Juden haben. Man erinnert sich, daß, als jüngst die Lissaboner neue Synagoge, ein vornehm schöner Bau, eingeweiht wurde, die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, der Vertreter des Königs und Abgesandte der Geistlichkeit anwesend waren und die Zeitungen Artikelserien über die Feier und über die Gebräuche der „Sephardim" brachten. Diese Sympathie im Lande für die Juden soll nun nach dem Plane eines Redakteurs des „Seculu", der größten (demokratischen) Lissaboner Zeitung, dazu benutzt werden, im Landesinteresse russische Juden allmählich zum Ackerbau heranzuziehen. Der fruchtbare Boden Portugals wird nur sehr schwach bebaut, denn die heimischen Bauern sind nicht arbeitsam und weite Strecken vortrefflichen Ackergelündes liegen brach. Den Juden sollen Parzellen unter der Bedingung zugeteilt werden, sie nicht eher zu verlassen, bis sie sie durch Bezahlung selbst erwerben können. — Die Statue des bekannten Bildhauers Henrik Glieenstein „Der Wanderer", welche auf der Jahresausstellung in Rom ausgestellt ist, wurde vom König von Italien angekauft. — Die bekannte rumänische Tragödin Agathe Barsescu, welche auch der deutschen Bühne angehörte, ist kürzlich, nach Absolvierung eines Gastspiels am Jrving-Place-Theater in New-Aork, auch an einem dortigen jüdischen Theater aufgetreten. Es muß ein eigentümliches Kuustragout gewesen sein: die Burgschauspielerin mit ihrem korrektesten Hochdeutsch inmitten eines Ensembles, das Grillparzer, Lessing und Shakespeare in jüdisch-deutschem Jargon deklamiert. Frl. Barsescu selbst scheint von ihren Erfolgen am Grand-Theater geradezu entzückt gewesen zu sein. „Dieses Theater" — schreibt sie an einen literarischen Freund

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