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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 8 (1.8.1905) · p. Seite 191

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 8 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 191 (sequence 23)
Language
German
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191 — „ist allerdings ein jüdisches, aber es wird vom besten Publikum besucht und bietet hervorragende schauspielerische Leistungen. Warum sollte ich ablehnen? Ich bekam eine große Gage und wurde wie eine Königin gefeiert, bejubelt. — — Ich mußte nach jeder Vorstellung eine Rede an das Publikum halten; ich tat dies in deutscher und rumänischer Sprache." — Aus Schitomir wird berichtet: Hier hat unter gewaltiger Teilnahme das gemeinsame Begräbnis der Opfer stattgefunden, die bei den hiesigen Judenmassakres zugrunde gegangen sind. Man kann sich denken, welche Jammerszenen die auch aus der Nachbarschaft herbeigeeilten Familien der fünfzehn Toten aufführten, als sie den Särgen folgten, die in der nachstehenden Reihenfolge nach dem städtischen Friedhof gebracht wurden: 1. der Kiewer Universitätshörer Leopold Weinstein : 2. der Techniker Iwan Blinow, ein Christ, der sich den angreifenden Strolchen gegenübergestellt hatte, und von ihnen erschlagen worden war; 3. der 27 jährige Handwerker Israel Pak; 4. der 14 jährige Lehrling Jsak Gusinow; 5. der 19 jährige Schriftsetzer Leopold Dosik; 6. der 23 jährige Schriftsetzer Riesmann; 7. der 7 jährige Knabe Riesmann, ein jüngerer Bruder des vorigen; 8. der 44 jährige Schmiedemeister Josef Abraham Guger; 9. der 20 jährige Fleischhauer Josef Racker; 10. der 45 jährige Hausbesitzer Elias Elischanski: 11. der 17 jährige Handlungsgehilfe Hermann Kinnberg: 12. der 20 jährige Tischler Adam Woltchanski: 13. der 40 jährige Kleinhändler Josef Friedmann; 14. der 18 jährige Handelsmann Balmer; 15. der 35 jährige Hausbesitzer Josef Gasch und^ schließlich 16. ein Mann aus Berditschew, dessen Name nicht festgestellt werden konnte. Außerdem ist der Lehrer Friedmann gestorben. Alle Geschäfte der Stadt blieben während des Leichenbegängnisses geschlossen, trotzdem der Gouverneur den Befehl gegeben hatte, sie zu öffnen. — Für seine Teilnahme an der Schlacht bei Mukden erhielt der Kapellmeister des 57. Mosliner Regimentes Herr L. Tschernerky den H. Humolincsorden mit Schwertern, den persönlichen Adel und für seine Familie die erbliche Ehrenbürgerwürde. — In der Zeit vom 1. November 1904 bis 1. März 1905 sind in Amerika 47 130 Inden eingewandert, gegen 27266 in demselben Zeitraum des Jahres 1904 und 19478 im Jahre 1903. — Der bekannte jüdische Philantrop Jacob H. Schiff in New-Dort stiftete der Harvard-Universität den Betrag von 200000 Mk., damit fünf Jahre lang jedes Jahr eine Forschungsexpedition nach Palästina ausgeschickt werde. — Die türkische Presse berichtet sehr sympathisch über das Erscheinen eines Bändchens Gedichte in türkischer Sprache aus der Feder des Konstantinopeler Juden Jsaac Fereira. Türkischerseits drückt man über diese Erscheinung um so größere Befriedigung aus, als die Juden in der Türkei meist an der ihnen lieb gewordenen spanischen Sprache festhalten.

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