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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 8 (1.8.1905) · p. Seite 187

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 8 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 187 (sequence 19)
Language
German
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187 Aßonatsrcbau. Am 14. Juni starb in Karlsruh der Finanzminister a. D. Moritz Ellstädtex, geb. 11. Mai 1827 daselbst. Im Mai 1893 trat er in den Ruhestand. -- Der am 7. Mai im Atter von 65 Jahren verstorbene Herr Otto de la Parra in Köln ist der Letzte Sproß der alteingesessenen Abraham Oppenheim'schen Familie, der dem Judentum treu geblieben ist. Der Entschlafene war Oberleutnant der Landwehr-Infanterie a. D., trotzdem er Jude war. Als tapferer Kämpfer hatte er die siegreichen Feldzüge 86 und 70 71 mitgefochten. — Im Laufe des letzten Dezeniums sind an den staatlichen höheren Schulen Preußens 7 jüdische Oberlehrer (1 in Ostpreußen, 2 in Westpreußen, 2 in Posen und 2 in Berlin» und in städtischen höheren Schulen 23 jüdische Oberlehrer (19 in Berlin, 2 in Frankfurt, 1 in Breslau und 1 in Danzigs angestellt worden. — Der jüngst verkündete erste Hirtenbrief des neuen Erzbischofs Dr. Friedrich Philipp Albert in Bamberg hebt als eine Hauptpflicht des Hirtenamts den Frieden mit den Nebenmenschen, auch mit den Andersgläubigen, hervor. — In Bauerbach waren ztir Zeit Schillers schon Juden. Schiller, der aus bekannten Gründen seinen Aufenthalt geheim hielt und äußerst einsam lebte, hatte nur wenige Bewohner des Dorfes kennen gelernt. Nur mit einem Juden Mattich kam er häufig zusammen, den er wegen seiner ziemlichen Bildung und seines gesunden Mutterwitzes gern sah, und mit dem er bisweilen das damals in Bauerbach beliebte Kartenspiel „Sechs-Männchen" spielte. Die Frau des Inden sah freilich den Umgang ihres Mannes mit dem Unbekannten sehr ungern, ja sie machte ihm häufig darüber Vorwürfe. „Was läufst Du zu dem Chatt^s (Lump)'?" zankte sie. „Geh' lieber Deinen Massematten (Geschäften» nach." Ter brave Jude aber antwortete seinem keifenden Weibe: „Schwag' mer still! Ich was net, ihie mer wird, wenn er mich ruft. Ich muß folgen. Er ist ein braver, ein gescheiter MH, und mer waß doch och nicht, was dahinter steckt." — Die jüdische Gemeinde in Leimen (Baden) ist aufgelöst. — Am 31. Mai starb in Wien der berühmte Lektor am dortigen Beth Hn-Midrasch I. H. Weiß, geb. in Gr. Meseritz in Mähren 1815 (29. Schebat». Mit ihm ist der hervorragendste Vertreter der altklassischen Schule in Österreich dahingegangen, die reiches talmudisches Wissen mit kritischem Geiste in sich vereinigte und der Wissenschaft des Judentums neue Bahnen der Entwicklung vorgezeichnet hat. I. H. Weiß hat sich durch seine kritischen Ausgaben alter rabbinischer Werke und durch sein Werk „Zur Geschichte der jüdischen Traditon" „Dor dor Wedorschaf", das in einem Herrlichen hebräischen Stile abgefaßt ein ewiges Ehrendenkmal gesetzt, das seinen Ruhm in die fernste Zukunft hinaustragen wird. Tie große Schülerschar, zu der auch wir uns zählen, blickt mit Verehrung und Bewunderung zu dem großen Meister auf und bleibt ihm ein ehrendes Gedenken in unserer Mitte gesichert. An seinem Sarge sprachen Rektor Dr. Schwarz, Lektor Friedmann, Oberrabbiner Dr. Güdcmann, Rabbiner Dr.

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