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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 8 (1.8.1905) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 8 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 183 (sequence 15)
Language
German
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183 ibid 316). Auch in späteren Zeiten hat es zahlreiche christliche Gelehrte gegeben, die, weil sie auch gründliche Kenner der Thora und der rabb. Literatur waren, das Judentum stets in Schutz nahmen und das jüdische Schrifttum verherrlichten. So z. B. äußerte sich der verdienstvolle Buxtorf in der Vorrede zu seinem chaldäisch-talmudischen Wörterbuch über den Talmud in folgender Weise: Der Talmud enthält viele glaubwürdige Bruchstücke und Denkmäler des verfallenen jüdischen Altertums, um die Verfälschungen der späteren Juden darzutun, die Geschichte der beiden Testamente zu ver-! herrlichen, die Gebräuche, Gesetze, Gewohnheiten des alten hebräischen Volkes richtig und am passendsten zu erläutern. Er enthält viele vortreffliche Lehren der Rechtsgelehrsamkeit, der Arzneikunde, der Natur-, Sitten- und Staatslehre, der Sternkunde und anderer Wissenschaften, welche die Geschichte jenes Volkes und jener Zeit so außerordentlich empfehlen. Er enthält herrliche Sprüchwörter aus dem Altertum, ausgezeichnete Urteilssprüche,. scharfsinnige Gedanken, unzählige weise Aussprüche, welche den Leser entweder besser oder weiser oder gelehrter machen können, und gleich den glänzenden Edelsteinen nicht weniger die hebräische Sprache zieren, wie alle Blüten Latiums und Griechenlands ihre Sprachen verschönern. Er enthält viele Myriaden von Wörtern, welche entweder selten gebrauchte Wörter der heiligen Schrift erhellen, und ihren Ursprung erläutern, oder den Gebrauch der gesamten hebräischen und chaldäischen Sprache, der sonst durch die größte Unvollkommenheit lückenhaft und verstümmelt sein würde, auf ausgezeichnete Weise vervollkommnen und vollenden." In ähnlicher Weise haben sich auch noch viele andere christliche Gelehrte wie Reuchlin, Braun, v. d. Hordt, Schudt, Soranhus, Lightfoot, Schettgen, Herder, Schlözer u. v. A. über das jüdische Schrifttum geäußert. Herder hat die großen Verdienste, die die Juden sich durch ihre erhabene Religionslehre um die Menschheit erworben, in folgender Weise gewürdigt: „Die Lehre des einen Gottes hat dies Volk gegründet auf der Erde, und sie ist der Grund aller gesunden Theologie und Weltweisheit. Abgötterei und Götzendienst hat die klügsten Völker betört und Jahrtausende hindurch in Lüsten, Sinnlichkeit und Abscheulichkeiten festgehalten. Dies Volk hat die einfachsten und weisesten Nachrichten vom Ursprünge des Menschengeschlechtes erhalten und gleichsam aus der Nacht der Zeiten und den Trümmern der Völkerwanderungen gerettet; es gibt uns die! älteste Karte der Menschenwohnungen und Erdengeschlechter. Sein Moses wagte es! zuerst, eine metaphysische Lehre zur Grundsäule seines Staates zu machen, die Unsicht-- barkeit, Einheit und höchste Güte des Schöpfers der Welt für ein Volk zu nationalisieren^ und diesem großen Gedanken alles unterzuordnen. Als Griechenland noch in fcer größten Barbarei lag, wagte er's, einen Freistaat zu gründen, dessen Oberherr, ein unsichtbares Wesen, nur Opfer der Liebe, des Dankes und der Reinigkeit verlangte und seine Befehle durch Licht und Recht spräche, dessen Glieder brüderliche, von! einander unabhängige Stämme und ihr genaues heiliges Band ein Gott und ein! Tempel wäre. Die Diener dieses Gottes und Königs machte er von allem Eigentum!! . 1

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