Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 182 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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182 das ist? Es ist ein Hymnus auf den Weltengeist; es ist die Bitte an den Weltenschöpfer, daß er das Reich der Wahrheit, der ütcbe und des Friedens ausbreiten möge unter allen Menschenkindern auf Erden. Kaddisch! Mir scheint, das ist der reinste Ausdruck tiefster Gottesfurcht: wir preisen und feiern den ewigen Gott in der ernstesten, weihevollsten Stunde der Andacht, wenn wir der Entschlafenen gedenken. Kaddisch! So beten es mich die Greise da drinnen, und so werden sie für uns die Träger wahrer Religion. Ter Odem echter Frömmigkeit soll immer dieses Haus durchwehen. Und wer in unser Altersheim eintritt, der muß es dann lesen in jedem Antlitz, der muß es dann sehen in jedem Winkel: „Wie schön und herrlich sind dieses Hauses Räume, schön und herrlich durch den Geist der Gottesfurcht!" Andächtige Festversammlung! Ich habe das Greisenalter hier gezeichnet, wie es ist, wie es sein soll: Liebe empfangend, Frieden spendend, Gottesfurcht in der Seele tragend. O möchten auch die, die hier eine Heimstätte finden, von solchem Geiste stets durchdrungen sein! Mit diesen! Ausblick in die Zukunft weihen wir das Haus, das werktätige Barmherzigkeit hier aufgerichtet hat. Wir weihen es im Namen des einig-einzigen Gottes als ein Denkmal der Liebe, als ein Haus des Friedens, als eine Stätte der Gottesfurcht! Möge der allgütige Weltenvater all denen, die das Haus betreten, mit seinem Segen nahe sein, wie er uns nahe ist in dieser Stunde, da ich sein Segenswort ausspreche über diese Persammlung: „Der Herr segne dich und behüte dich! Ter Herr lasse dir sein Antlitz leuchten und sei dir gnädig! Der Herr wende dir sein Antlitz zu und gebe dir seinen Frieden!" Amen! Das nationale Judentum. Von Tr. M. H. Friedlaender. (Fortsetzung.) Man hat sich aber nicht einmal an die Edikte gehalten, sondern überall fanden, häufige militärische Hinrichtungen, Bolksaufläufe und Gemetzel statt. Indessen durch ein Wunder der Vorsehung, welches das Erstaunen aller Christen rege machen muß besteht diese geküßte, an allen Orten seit einer großen Zahl von Jahrhunderten verfolgte Nation noch heute überall. (Das. Einl. T. I Plane de cette histoire). — Die Völker und Könige, Heiden, Christen und Mohammedaner, in so vielen Punkten entgegengesetzt, haben sich in der Absicht vereinigt, diese Nation zu vertilgen und es ist ihnen nicht gelungen. Mosis Dornbusch, von Flammen umgeben, hat immer gebrannt, ohne, sich zu verzehren. Man hat die Juden aus allen Städten der Welt verjagt und das diente nur dazu, sie in.alle Städte zu verbreiten. Sie leben noch trotz Schmach und Haß, die ihnen überall folgte, während die größten Monarchien so gefallen sind, daß sie uns nur dem Namen nach bekannt sind. (Das. T. III Einleitung G. Gesch.