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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 165 (sequence 21)
Language
German
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— 165) — Ehriskentlim in den Ländern des Büttel nleerbeckeits. der Islant in Vorderasien und Afrika sich erhoben, hat der Judenhaß neue 'Nahruugsutittel erhalten. Ter Judenhaß der Heiden war stets itur nationalen und politischen Ursprunges, religiöse Motive waren ihm fremd. Wo nationale Einheit entstand, da kam ]\\ dem nationalen Judenhaß, auch noch der religiöse und rief grausige Erscheinungen hervor. 3o schuf die christliche Kirche, zti Macht gelangt, unter Konstantin feindselige Edikte. Martin Luther bekundet einen Judenhaß, der den der judenseindlichen Päpste noch übertrifft. Tie niesteuropäischen Völker in den ersten drei Vierteln des Ith Jahrhunderts. vor die Ausgabe gestellt, politische Freiheit erringen und ihre Nauonaleinheit herzustellen, sahen sich genötigt, mit den Juden, die wacker mirgekämpfr haben. Frieden zu schließen und ihnen politische und bürgerliche Gleichheit \\\ gewähren. Aach Abschluß dieser Kampfe aber trat sofort eine Änderung ein. Als in Tentschland der Einheitsgedanke befestigt war, trat der Antisemitismus aus den Plan. England inid Italien mit einer verhältnismäßig geringen indischen Bevölkerung machen eine Ausnahme uttd in den „Vereinigten Staaten" gibt cs eben keine einheitliche Aation. Tieses zweite Kapitel stellt richtige Gesichtspunkte zur Erklärung des Judenhasses auf. die wir auch teilen. Tas dritte Kapitel trägt die Üaerschrift„Tas Iudeuproblem" und ist der Erklärung des Judenhasses geividmet. Während das orthodorc Judentum in dem Judenhaß die Hand Gottes erblickt, der sein anserwähltes Volk prüfen, läutern will, um es der künftigen Weltherrschaft würdig ]u machen, und die Modernen ihn ans den sittlichen und kulturellen Tiefstand der Völker zurücksuhrcn. versteigt sich Elias Jacob zur folgenden Äußerung: Zeit Jahrtausenden wird-das Indenproblem vom transzendenten Ztandpnnkt aits behandelt und es ist kein Zweifel, daß die Philo, Ioiephus, Iehuda Halevi, Menasche, Ben Israel. Mendelssohn, Geiger. Graetz u. s. \v. das Judentum in einem äußerst günstigen aber falschem Lichte dargestellt haben, deren Verfahren ebenso verwerflich wie töricht und schädlich sei. Wir haben diese sonderliche Anschauung nur festgenagelt, weil wir eine Widerlegung für ülerflüssig Hallen. „Tas Wesen des Judentums" wird iiu viertelt Kapitel behandelt, welches am reinsten und unzweideutigsten in dem Ausspruch Hillels zum Ansdruck kommt: Was dir nicht lieb ist, tue auch deinem Nächsten nicht, das ist die ganze Thora, alle Andere ist Erläuterung Zabbat;-511, wie in den Äußerungen N. Akibas und Ben Amis: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst -Lev. iu. ls-, ist die oberste Marime der Thora: das ist das Buch über die Entstehung der Menschheit -Gen. •">, 1 , das ist die höchste Marime der Thora . Zifra cd. Weiß i. Elias Jacob sucht beim Judentum die Züge auf, die durch die ganze biblische und talmudisch-rabbinische Literatur hindnrchgehen und noch jetzt bei beu Indeit zu finden sind, führt diese dem Judentum wesentliche Züge auf eine Einheit znrltck und gelangt zu folgendem Resultat: Man kann die Welt von drei G e s i ch t s p unkt e n a u s e r f a f s e n : v o m e t h i s ch e n. ä s t h e t i s ch e n und l o g i s ch e n. Tie Ethik fragt n a ch d e m „ W o z u " u n d ant w ortet mit „ nüyli ch " oder

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