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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 164

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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t'lav geworden, daß die moderne Zivilisation die Inden nicht glücklich und die Christen nicht edel und gut gemacht hat und ist su der festen Anschauung gekommen, daß die rücksichtslose Forschung, die unbekümmert um das was den dReuscheu angenehm oder unangenehm, schön oder häßlich, nützlich oder schädlich, gut oder schlecht erscheint, ihren Weg verfolgt, der Menschheit unermeßliches! Segen und eine Hülle von Lebensgütern und Wohltäter! gebracht habe. Daß inan dabei aber auch über das Ziel schießen kann, scheint der Verfasser, dem. inan einen hohen Grad von Rücksichtslosigkeit anerkennen muß. ganz außer Acht gelassen zu haben. Behauptungen sind leicht hingeworfen, prüft man sie aber oft ans ihre Stichhaltigkeit, so sieht man, daß man vor lauter Objektivität subjektiv geworden und den Boden unter den Süßen verloren. Zn ' einem ersten Kapitel behandelt der Verfasser die Snellen des Judentums, deren bedeutendste die Thora ist, welche mach orthodoxer Auffassung von Anfang bis auf die letzten achte Verse, die den Tod Moses behandeln, von Gott dein Moses Wort für Wort diktiert worden «Bababatra 15i«, eine Anschauung, die allerdings das moderne Judentum heute nicht teilt, weil es eben nicht, wie Elias Jacob behauptet, mit der Logik mir feindlichem Inste steht. Gerade der verkannte Leopold Znnz und Abraham Geiger haben hier bahnbrechend gewirkt und erweisen sich durchaus nicht als unheilvoll in ihren Leistungen. War die zweite Quelle, die von R. Jehnda dein Sürst redigierte Mischnah und den ans dieselbe sich ansbanenden Talmud betrifst, der das gesamte Empfinden. Denken und Handeln der Juden umfaßt und der die Summe allen Wissens eines großen Zeitraumes aufgespeichert enthält, das richtig ausgebeutet für jedes Wissensfach von großen! Werte ist, so hat in der Reform des Judentums dieses Werk immer nur religionsgeschichtliche, nicht religionsgesetzliche Bedeutung gehabt. Ein zweites Kapitel trägt die Überschrift: Biblische Ideale und die Wirklichkeit. Darin wird richtig hervorgehoben, daß die Gründung der jüdischen Ration nur ein' Mittel \n höheren Zwecken war. Das israelitische Volk gegen die Vorurteile einer ganzen Welt ankämpfend, mußte dieserhalb für unabsehbare Zeiten verkannt, mißachtet, verspottet und mißhandelt werden. 'Unzählige Völker sind über die Schaubühne des Lebens getreten. Sie haben gestrebt, gerungen, genossen, gelitten und als ihre Zeit um war, dern Gesetze des Werdens und Vergehens ihren Tribut gezollt. Nur Israel hat der zerstörenden Macht der Zeit zu trotzen vernlocht und wandelt heute noch unter den Lebenden einher. Was Elias Jacob schreibt: „Morsch ist sein Gebein, vertrocknet das Ileisch, verzehrt das Mark, aber von einer rätselhaften Macht belebt, keucht der ewige Jude als ein gefpensterhaftes Wesen, von der inutivilligen Jugend verspottet, verhöhnt, verfolgt, auf der endlosen Straße dahin, noch immer rastlos seinem Ziele entgegen", stimmt nicht. So morsch und vertrocknet sind lvir denn doch nicht und entfalten gerade jetzt eine regsame Irische, mit die man uns beneiden könnte. Seit der Vernichtupg des jüdischen Reiches durch die Römer hat der Judenhaß, der immer vorhanden war, an Intensität und Extensität zugenommen, und seitdem auf den Trümmern der römischen Weltherrschaft zwei Wellretigionen. das

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