Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 162 (sequence 18)
- Language
- German
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— 162 — abgelehnr: sie habe bei den freisinnigen Inden -- und das bennes ich burd) Zahlen — „kläglich Jvuivfo" gemacht. A n ch daraus in e i ft H e r r Tr. G. nichts zu erwidern. Also nirgends sachliche Widerlegung: nirgends sachliche Würdigung meiner Ausführungen.' lind meinen Hinweis ans das mannhafte Vorgehen der liberalen Christen und christlichen Theologen in der Verteidigung ihrer Weltanschaunnng, von denen wir in dieser Hinsicht manches auch für uns lernen könnten, tut Herr Dr. G. damit ab. das; er mein Verhalten als „ e w i g e s A n t i ch a m b r i e r e n b e i m P r o - t e st a n t i s ui n s" bezeichnet. Wie unendlich kleinlich ist ein solcher Standpunkt! Ich bekenne selbst ans die (Gefahr hin, mich aufs neue dem Tadel des Herrn Tr. G. ausznseven, daß ich vor der ernsten Selbstkritik jener protestantischen Theologen die größte Hochachtung habe, und ich wiederhole: in i r k ö n n e n viel von i h n e n l e r neu! Meinen Ansfiihrnngen über die Sachlichkeit des Herrn Tr. aber habe ich nichts hinzuzufügen. 11 H c r r T r. o l d s ch midt greift m i rf) p e r s ö n l i ch a n f s s cli w c r st e a n n n d v e r d a ch t i g t m e i n e 6) e s i n n it n g. Cs ist gewöhnlich so: wer s a ch l i ch nichts vorzubringen weiß, greift z n p e r s ö n l i ch e n r ä u k u n g e n. Eine solche Kampfesrveise aber fällt innner ans den zurück, der sie anwendet. Tas gilt auch für Herrn *Tr. G. Nachdem er Tinge in meinen Anfsav hineingelesen hat, die, wie ich oben nachgewiesen habe, gar nicht in ihm enthalten sind, wagt er es, mich in einer Weise anzngieisen, die bei einem gebildeten Menschen geradezu peinlich beriihrt. Er spricht von einer „ T e n n n z i a r i o n ", deren ich midi schuldig gemacht: er behauptet, ich wolle „ bei d e n V e r t r e t e r n d e s T e n t s ch t n m s das lieb e i n d s e i n ", intd meint schließlich, ntein Verhalten „ r i e ch e tt a ch A n t i s e m i t i s m u s, tt a ch Poli z e i s p ie l t u m n. s. w". Lder: ich verlange, „daß m a n m i r e i tt e d e u t s ch it a t i o it a l e V ü r g e r k r o n e a u s s H a tt p t s e v e ", nnb ich „ st r e b e n a ch d e m d e u l s ch tt a t i o n a l e n Ei ch e n k r a n; f ü r m e i n e B n r g e r t n g e n d, dir nur nm den Prelis einer Denunziation zn erkaufen ist". In diesen! Toite bekämpft Herr Tr. G. einen sachlichen Gegner. Tarans gibt's nur eine Antwort: niedriger hängen! Lolche Angriffe berühren tnich nicht: ich habe nicht notig, mich dagegen zu verteidigen. Jede Verteidigung wäre hier eine Entwürdigung! Nur das Eine möchte ich noch sagen: wer mit solchen Waffen seinen Gegner angreift, der richtet sich selbst! Ich lehne es ab, mich weiterhin mit Herrn Tr. Goldschmidt in eine Polemik rinzulassen: für tnich ist die Angelegenheit erledigt. Zum Lchlnß sei mir noch gestattet, ein Wort von Prof. Lazarus zu zitieren: „Tie Inden waren im Altertum und bis auf die neueste Zeit das eigentliche klassische Volk d e r L e l b st e r k e n n t n i s. Wenn nur j e rz t angegriffen werden, da tritt kein Mensch an sich heran, w ix finden n n r d a s U n r e ch t ans d e r a n d e r n Leite. W i r ha b e n a u f gehört, d a s k l a s s i s ch e Volk der Lelb st e r - k e n n t n i s z u s e i n. Wir sind viel zu jtief, in viel zu ausschließliche Apologetik ge-