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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 161

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 161 (sequence 17)
Language
German
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161 sondern Darauf, w a s sie c\ e tu orde n s i n d. Das ist nicht etwa m eine Auffassung allein, sondern das ist auch die Auffassung Map bau ms, der in einer feiner bedeutendsten Predigten <vergl. Predigten II. Teil, Berlin 1^94» 2. 96^ f. sagt: „Unsere Hefte sind mit Nichten nationaler Natur. Das Passahfest feiert die Befreiung Israels aus der ägyptischen Knechtschaft, Israels, des erstgeborenen Lohnes, den der Ewige j u nt Träger f e ines H eils, zum 2 e n d b o t e n seiner L i e b e a n die 'Völker beruf e n h a t Das Lchowuothfest feiert die C f f e n b a r u n g d e r H eilSlehr e selbst. Das Lnkkothfest feiert die göttliche B o r f e h u n g in der Üb e s chichte, tu e t ch e d i e Ni e n s ch h e i t i h r e r in e ssianisch e tt Voll e n d n n g e n t g e g e n f tt h r t.W a s i st da national? W a s hindert die Bulker, di e s e I e st e z tl f e i e r tt, die zudem auch 9iaturfeste sind, vorausgesetzt, daß man in der!9ehre der Propheten das Heil der Welt erblickt'?" Ich bekenne ntich ganz zu diesett Anschauungen, die die (5 n t tu i ck l n n g der n r s p r ü n g l i ch nationale tt Wallfahrtsfeste zu ihrer hetltigen rein m e n s ch l i ch e n Bedeutung konstatieren. Eine gleiche Entwicklttng kann aber nicht bei den Lpeisegesetzen, der Hebräischelt Gebetsprache und der Bartttizwah Ieier in ihrer gegentuärtigett Ioritt festgestellt werden: vielmehr stellert sich diese drei auch heute ttoch lediglich als tt b e r r e st e j ü d i j ch - n a t i o n a l e r Eigenart dar, die uns selbst fremd anmuten und mit dem Wesen des Iudentnttts nichts zu mit haben. Ich habe das im einzelnen in meinem Aufsätze nachgewiesen. Aber Herr Dr. 64 macht gar nicht einmal den Bersuch, diese sachlichen Einzeln usführun ge tt zu tuiderlegett. Ich hatte daran erinnert, daß „aufgeklärte Juden" und „moderne jüdische Theologen" „die Bibel als Menschenwerk" auffassen und „die Lnenbarnng am Linai wie überhaupt die Berbalinspiration der Propheten freimütig leugnen", doch „die Preisgabe des um vieles untuichtigeren 2 p e i i e g e f e tz e s als ein Verbrechen am Judentum betrachten". Ich suchte diese seltsame Tatsache zu erklären, indem ich auf das tt tt b'e tu u st t nationale Empfinden hinwies, das bei vielen Juden für die Beibehaltung des Lpeifegesetzes entscheidend sei. Herr Tr. G. tu ei st nichts darauf z u c r tu ider u. Ich hatte ferner hervorgehoben, daß man „nur in der M u t t e r - spräche brünstig zu seinem Gotte beten könne", und dabei bedauert, daß selbstliberale Juden „am Bersöhnungstage lieber stundenlang unverstandene Gebete in fremder Lprache rezitieren, als daß sie, der Forderung des gesunden Menschenverstandes nachgebend, in ihrer Muttersprache an ihren Gott sich wenden". 2odann: „Tie deutsche Lprache wird als Gebersprache bekämpft, aber die vereinzelten aramäischen Ltücke des Gebetbuches läßt man stillschweigend gelten, weil eben diese Lprache in der nachexiljschen Periode auch einmal die nationale Lprache unserer Bäter war." Herr Tr. G. tu e i ß auf all das n ichtS z' tt e r tu ider tt. Endlich hatte ich ausgeführt, daß die ganze Art der B a r nt i z tu a h Ieie r linieren Berhältniffen nicht mehr entspreche: dennoch sei „bis heute jeder Versuch der Reform aus diesem Gebiete kläglich gescheitert". Tie K o n f i r m a t i o n dagegen werde trotz ihrer wiirdigen und feierlichen Gestaltung

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