Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 160 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— wo vorznwersen. i ch das Buch. „iveil es den bnchhändlerischen Erfolg für sich Hai. so in den Himmel hebe", Dchließlich noch ein besondere drastisches Beispiel: in dem Borwort zu meinen Predigten hatte ich als Beleg für die Richtigkeit meiner Auf fasfnng über die Anwendung von Dchriftversen ..die besten Ieitpred igten unserer ersten Äanzelredner tManbanm und Joel'" siliert. Dann fuhr ich fort: ..Bielleicht wird inan einzelnen meiner.Predigten den Porwnrf machen, sie seien zu wenig konfessionell gehalten. Ich will diesen Borwnrs gerne hinnehmen. Mit großer Trende erinnere ich mich noch heute einer Predigt, die Pros. Harnack vor Jahren in einer Berliner Kirche über den Ten Micha liW hielt", und deren tiefer Eindruck gerade ..durch ihren allgemein menschlichen Charakter", dem ..fast jede kon sessionelle Tärbnng fehlte", hervorgernren worden ist. Was macht daraus Herr Dr. (M.? Obwohl er aus der Predigtsammlung loisseu muß. daß die meisten der darin enthaltenen Predigten ein spezifisch j irdisch es Gepräge haben, obwohl ich irr dem Borwort ausdrücklich nur von „einzelnen Predigten" gesagt habe, sie seien wenig konfessionell gehalten, und obivobl ich eirdlich als Muster, all denen ich mich gebildet, zuerst die jüdischen Nanzelredner Mavbanm und Joel und erst dann-Harnack genannt hatte, bringt Herr Dr. es fertig zu sagen: „C. erklärt es in dein Borwort .zu seiner Predigtsammlung als einen Borzug derselben..daß er sich air protestantischen Mustern gebildet und nichts spezifisch Jüdisches seine Predigten charakterisiere." Ich denke, diese Beispiele" genügen, um das Berhalten des Herrn Dr. 0). zu kennzeichnen. 3 > H e r r D r. lüold f ch midi g e h t auf di e f a ch l i ch e n Ei il z e l heit e n iii eine s Aufsatzes gar n i ch t e i n. vJcitv eninial macht er den Versuch einer sachlichen Erwiderung. inid selbst dieser Bermch iiiißglückt. G. meint nämlich, id) hätte konseanenteriveise „auch die drei Wallsahrtsseste des Iiideiitiliiis. Pefsach. Dchownoth und Diikkoth. als eine (Gefahr für das Deutschtum erklären müssen, denii auch diese Teste hängen mit den Ernteverhälusissen Palästiiias zusammen, die sich gar nicht mit den deutschen decken. Aber dann ständen auch die christlichen Teste Astern und Pfingsten, die ans Pesfach und Dchownoth hervorgingen und auch noch die alten Namen tragen, im Gegensatz z n in D eilt sch t ii niAbgesehen davon, daß mir Herr Dr. G. hier wieder unterschiebt, ich hätte manche jüdisch - religiöse Zeremonien „als eine Gefahr für das Deiltschtiini" erklärt - eine Beschuldigung, die er mit kei ii em W orte ans meinein Aussätze belegen kann . ist die ganze Beiveisführnng an sich verfehlt. Die spricht im Gegenteil geradezu für die Richtigkeit meiner Auffassung. Denn Pessach, Dchoivnoth iiiid Dnkkoth sind heute tatsächlich keine nationalen Teste mehr: ursprünglich in nationalen Anschauungen wurzelnd, haben sie im Vmife der Jahrhunderte ihren nationalen Charakter abgestreift, und sind rein menschliche Teste gervorden. Die haben also eine Entwickln n g durchgemacht, die sie in ihrer Bedeutung unserem modernen Empfinden angepaßt hat. Nicht daraus kommt es an, woher die Teste stammen,