Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 158

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2970014-2970022--7670-2978359
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

/ - 158 — Damit spricht Geifer klar imb bestimmt a11«, baft nur deutschen ^uben uns als D e u t s ch e fühlen und u u r der deut f d) e u Bolksgemeinsd)ast augehören lv o! l e n. Indem ich diesen San unbedingt zu dem meinigen machte, wollte and) ich von vornherein seststellen: u n s e r. d. h. der d e n t s ch e n Inden. D e n t s ch t u m .ist über jeden Zweifel und jeden Verdacht erhaben, llub erst nachdem ich das durch Ab druck des Geiger'sch»n Sckllußsatzes vorausgeschickt hatte, fuhr ich fort: ..Wir müssen noch einen Schritt weiter geben und den Mut haben, die Konsequenz aus diesem Stai^d- Punkt zu ziehen." Rach dem ganzen Inhalt meines Aufsatzes konnten sich diese Worte nur ans den erwähnten Schlußsatz Geigers beziehen: ick) konnte nur sagen wollen und h a b e nur gesagt: W e i l w i r u n s e r e r V o l k s e i g e n t ü nt l i ch - fett n a ch Deut s dl e sind, deshalb sollten nur auch konseguenterweise aus der Reihe unserer religiösen Zeremonien diejenigen ansscheiden, d i e „u n s e r e m deutsch e n Denken und E rn p finden fremd sind". Also wohlverstanden: „unserem deutschen Denken und Empfinden", und nick)t etwa dem Denken und Empfinden unserer christlichen Mitbürger. Und um gar keinen Zweifel darüber anfkommen zu lassen, daß ich mich mit meinen Ausführungen n u r an die deutschen Jude n tuende, nur zu den deutschen Inder: spreche, habe ich den Aufsau nicht etwa tu einer politischen Z e i l u it g, sondern in einem jüdis ch e n I a ch b latt veröfsentlid)t. das vornehmlich j ii d i s ch e ^eser hat, die sich über religiöse Irageu belehren wollen. Und nicht nur das. Mit aller Scharfe habe icb gleich im ersten Abschnitte des Aufsatzes den Unters ch i e d zwischen dem politischen Z i o rr i s nt u s als „ g e i ch l o s s e lt e r W e l t - a 11 s d) a u u n g " und den .. II b e rr e st e it jüdisch nationaler Eigenart" betont, die „unbewußt" and) bei' vielen liberalen Jadeit Westeuropas vorhanden sind und „ausschließlich auf religiösem- Gebiete hervortreten". Ich meine, klarer, als es hier geschehen ist. kann man einen Gegensatz überhaupt nicht kennzeichnen. Iür jeden Unbefangenen habe idi damit festgestellt, daß die erwähnten r e l j g j ö ) e n Bräuche, deren national e r Charakter den meisten Inden g ar nicht z u m B e tv u ß t s e i n kornint, mit dem b e rv n ß t e n p o l i t i s dl e n Z j o n i S m u s überhaupt nichts zu tun haben. Der letztere schafft mit volle r A b s i dl t einen Gegensatz zwischen Deutschtum und Judentum: die religiösen Branche aber, sofern sic sich als Überreste jüdisch nationaler Eigenart darstellen, werden von den m e i st e n I u d e u s e l b st n i dl t als solche e r k a n n t. Das habe idl ausdrücklich und lviederholt hervorgehoben. Was aber von mir mdn erkannt nuib, was nur uubelvußt in meinen! Gefühle und nicht bewußt in meiner Gesinnung lebt, das darf mir auch nidlt zum Vorwurf gemacht werden. Wie könnte i d) also die deutschen Iüden um einer Gesinnung nullen „denunzieren" wollen --so lautet ja wohl der geschmackvolle Ausdruck des Herrn Dr. G. —. die nach meinen eigenen Ausführungen bei ihnen gar nicht vorhanden ist. Wenn mir Herr Dr. G. trotzdem diesen Widersinn znschreibt. so hat er eben den klaren Wortlaut meines Auf-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.