Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
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157 ist nicht der Ar,st für die Leiden des Christentums der Gegenwart, und Tr. Coblenz gehört nicht zu den Ärzten für die Leiden des Judentums der Gegenwart. Ohne Pietät für die Geschichte des Judentums, nicht nur in seinem Lchristtnme, sondern auch in seinen Lebensformen kein Verständnis für das Martyrium des Judentums der Gegenwart. Mit Operations - Kunststücken ist dem Judentum der Gegenwart nicht zu Helsen: wir brauchen Meister für innere Leiden. — Entgegnung -es fterrn Dr. Coblenz. Auf die vorstehenden Ausführungen des Herrn Rabbiners Tr. Goldschmidt- Offenbach habe ich Folgendes zu erwidern: t > Herr Tr. G o l d s ch m i d t schreibt mir A n s ch a u u n g e n zu, die nie die m einigen w a r e n und nicht die m e i n i g e n sin d. 2' H e r r T r. G o l d s ch m i d t zitiert m i ch f a l s ch. ^> H e r r Tr. G o t d sch m i d t geht auf die s a ch l i ch e n C i n ze l h e i te n m eines A n f s a tz e s gar nicht ei n. 4 > Herr D r. G o l d j ch nt i d t greift mich persönlich aufs f ch w e r st e a n u u b verdächtigt m c i lt c Gefi lt n u n g. Ich lvill diese vier Behauptungen durch Tatsachen belegen und dann den Unbeteiligten das Urteil überlassen. t« H e r r Tr. Gold s ch m i d t s ch r e i b t m i r A n s ch a u l! n g e n zu, die nie die m einige n lv a r e n und nicht di e m e i ll i g e n s i lt d. Cr stellt nämlich die ungeheuerliche Behauptung auf, mit nieinen „Anklagen" könne „dasTeutscht u ln aller I u d e n verdächtig t, ja bestritten werden, die die Lpeiiegesetze halten oder respektieret!, die hebräisch beten und ihre Löhne Barmizwah werden lassen": im Anschluß daran sagt er: Tr. Coblenz „opfert auch die Anerkennung der patriotischen Ehrlichkeit von Hunderttausenden seiner Glaubensgenossen als Hekatomben auf dem Altäre seiner Wahrheitsliebe", und endlich lneint er, jeder Jude, der „nicht nur heuchlerisch zu den guten Teutschen sich zählt", habe nach tueinen Ausführungen die Pflicht. Lpeisegesetz. hebräische Gebetsprache und Barmizwah - Feier als nationale Elemente des Judentums zu bekämpfen. Goldschmidt begründet dieses Urteil über meinen Ltandpnnkt, indem er auf die in der Einleitung meines Aufsatzes angeführten Tarlegungen Ludwig Geigers verweist, die ich zum Ausgangspunkt memer Teduktionen gemacht habe. Er erweckt dabei den Glauben, als ob er die Geiger'schen Lätze vollständig zitiert habe. In Wirklichkeit aber führt er nur den ersten Latz an: „Ter Zionismus ist dem Teutfchtum gefährlich, tvie die Lozialdemokratie und der Ultramontanismns." Tie folgenden Lätze läßt er stillschweigend aus, ohne die Auslassung durch Punkte kenntlich zu machen, und doch ist gerade der Geiger sche Schlußsatz von entscheidender Bedeutung: „Ter deutsche Jude ist seiner Volkseigentümlichkeit nach ein Teutscher. und Zion ist für ihn das Land der Vergangenheit, nicht der Zukunft."