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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 153

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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/ — 153 — Ist das wirklich eine Konsequenz des Geigerschen Urteils über den Zionismus'? Dieser, der Zionismus, stellt die These auf: Nicht Deutschland, sondern Zion ist das Vaterland jedes Juden. Dem gegenüber hat Geigers Urteil doch wenigstens einen schein von Berechtigung. Der Zionismus geht scheinbar wenigstens aggressiv gegen das Deutschtum der Juden vor. Ist es nun eine Konsequenz dieses Geigerschen Urteils. auch jede friedlich e a n s d e m £ r i e n t st a m m ende Litte, die g a r feine 3 p i tz e g e g e n das T e u t s ch t n m hat, a l s e i n e G e f a h r f ü r das D e u t s ch t n ni z u b e t r a ch t e n? Wäre dies richtig, dann wäre auch Eoblenz ans halbem Wege stehen geblieben, dann hätte er anch die drei Wallsahrts Feste des Judentums, Pest'ach, Schowuolh und Juckoth, als eine Gefahr für das Deutschtum erkläreu müssen, denn auch diese Feste häugen mit den Ernte Berhältnisseu Palästinas zusammen, die sich gar nicht mit den deutschen decken. Aber daun stünden auch die christlichen Feste Astern und Pfingsten, die aus Pessach und Schoivnoth hervorgingeu und auch noch die alten Namen tragen, — Pfingsten ist bekanntlich das griechische pentekonta, fünfzig — im Gegensatz zum Deutschtllm. Und wie vieles im religiösen Hetzen des Ehristentums steht noch im Znsamntenhange mit dem Lande der Bibel! Ist das alles eine Gefahr fürs Deutschtum °? — Ich glaube, Geiger wird der erste sein, der gegen diese Ergänzung seines Urteils über den Zionismtls protestieren toird. Der „Zionismus" und die „Speisegetze" haben gar nichts mit einander gemein, une ja bekanntlich gerade die Führer der Zionisten dem Speisegesetze gegenüber den Eoblenzschen Standpunkt entnehmen. Das schlimmste att den Eoblenzschen Ausführungen ist eigentlich dieser Ausgangspunkt von Geigers Urteil über den Zionismus. Indem Geiger den Zionismus als eine positive Gefahr für das Deutschtum erklärt und Eoblenz dieses Urteil (Geigers auf das Speisegefetz?e. .ansdehnt, so erweckt das den Eindruck, als ob and) das Speisegesetz :c. eine positive Gefahr für das Deutschtum seien. Da aber der Zionismus eine Propaganda ist, die Speisegesetze dagegen nur ein Unterlassen, eine unschuldige Passivität sind, so begeht hier Eoblenz bewußt oder unbewußt eine gar nicht unverfängliche logische Jrrefiihrnng des Lesers, die bei einer io großen und intitigen Wahrheitsliebe eigentlich nicht Vorkommen sollte. Auch die hebräische Gebetsprache und die Bar Mizwah - Feier stehr zum Deutschtum in keinem kontradiktorischen, sondern nur in konträrem Gegensätze. 3oiift müßten die französischen Gemeinden der „Nefngi, 's". die noch französisch beten und predigen, anch eine Gefahr für das Deutschtum sein. — In jedem Falle war es also ein großer Fehler von Eoblenz, an den Geiger'schen Aussatz anzuknüpfen, und Geiger hat, tvie ich glaube, allen Grund zu dein Wunsche: „Gott behüte mich vor meinen Freunden Wie sehr Herr Tr. Eoblenz selbst deir Uitterschied ztvischen Zionisnins und dem Speisegesetze?e. gefühlt hat, geht schon ans der Überschrift seines Artikels hervor, in 4

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