Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 ge setze" jüdisch-nationalen Ursprungs, die hebräische „Gebetsprache" ist spezifisch jndischnatmmi nnb die Barmizivah-Fricr stehe im Zusammenhang mit der körperlichen Entwicklung des Orientalen — — also ist es Pflicht jedes gu^en Deutschen, also auch jedes Inden, der nicht nur heuchlerisch zu den guten Deutschen sich zählt, sondern tatsächlich zu diesen gehört, diese nationalen Elemente des Judentums zu bekämpfen. Wer dies nicht tut, dessen Gefühlsleben ist kein rein deutsches, sondern ist unbewußt von jüdischem Nationalismus durchsetzt und, nach Eoblenz' Ansicht, verunreinigt. — Damit hat ein amtierender Rabbiner dem Antisemitismus eine furchtbare Waffe in die Hand gegeben: mit diesen Anklagen kann das Deutschtum aller Inden verdächtigt, ja bestritten werden, die die „Lpeisegesetze" halten oder respektieren, die hebräisch beten und ihre Löhne Barmizwah werden lassen, llnd Tr. Eoblenz weist, daß die Anzahl der von dieser Verdächtigung betroffenen Inden in Deutschland eine überlvältigend große ist, aber er ist „der Mann der bleichen Inrchl nicht"; was er für wahr hält, das befolgt er nicht nur für feine Person, sondern er opfert auch die Anerkennung der patriotischen Ehrlichkeit von Hunderttausenden seiner Glaubensgenossen als Hekatomben auf dem Altäre seiner Wahrheitsliebe. Nun, ich gestehe, ich bewundere die Größe dieses Vintes und dieser Wahrheitsliebe. Aber eine io große Wahrheitsliebe ist doch sicherlich, frei vom Unfehlbarkeits- Dünkel, und so sehr Dr. Eoblenz jedes pro und eontra erwogen haben mag, ehe er eine so schwere Anklage hinansschlenderte, so lvird doch gerade seine große Wahrheitsliebe ihn zu der Erkenntnis gebracht haben, daß kein Mensch auf Erden ein großer Denker ist. der nur die Wahrheit, sieht lind nie sich irrt: < n a<lam za.Mb, baartz aschur jaasze tob welo jedieta Dieser Mangel an Ehauviuismus ist zwar etwas Jüdisch- Nationales und in hebräischer Lprache zum Eigentum der Menschen genwrden, aber da dieser Lau von der Iehlbarkeit aller Menschell von denn deutsch-nationalen Protestantismus, der für D.r: Eoblenz das höchste Tribunal ist, bestätigt lvird, so lvird er wohl auch von diesem anerkannt lverden, und so lvird die große Wahrheitsliebe des Herrn Dr. Eoblenz, die doch zu dein auch von ihm so hochgepriesenen „ethischen Monotheismus" des Judentums gehört, es gewiß mit Ireuden begrüßen, ivenn eine lvifsenschaftliche Diskussion über seine Thesen eröffnet wird. — Dr. Eoblenz' Angriffe gegen das „unbewußt Nationale inl Gefühlsleben des modernen Inden" gehen ans von einem Urteil Ludwig Geiger's in seinem Aufsätze: „Die deutsche Literatur n. der Zionismus". Geiger behauptet: „Der. Zionismus ist dem Deutschtum gefährlich, wie die Lozialdemokratie und der Ultramontanisnuis". Nun meint Tr. Eoblenz: „wir müßten noch einen Lchrilt weiter gehen und den Mut haben, die Konsequenz zu ziehen aus diesem Ltandpunkte. ES ist nicht genug, daß wir dem Zionismus als geschlossener Weltanschauung den Absagebrief erteilen, unser Kampf hat sich auch gegen die Überreste jüdisch-nationaler Eigenart zu richten, die unbewußt auch bei vielen liberalen Juden Westeuropas vorhanden sind" :e. — und diese Neste sind eben die „Lpeisegesetze", die hebräische Gebetsprache und die Bar Mizwah - Ieier.