Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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„für Bekämpfung des unbewußt nationalen im Gefükisieben der modernen Inden." Unter dieser Überschrift hat Herr Rabbiner Dr. (Loblenz-Bielefeld in der Märznummer der Monatsblätter einen Aufsatz veröffentlicht, in welchem er das Speisegesetz, die hebräische Gebetsprache und die Barmizwah - Feier in ihrer gegenwärtigen Form als „Überreste jüdisch-nationaler Eigenart" bezeichnet, „die mit dem Wesen des Judentums nichts gemein haben" und deshalb beseitigt werden sollten. Der Artikel hat mannigfache Angriffe erfahren, sachliche Erwiderungen, die mit ruhigem Ernste seinen Inhalt besprachen, und unsachliche Entgegnungen, die ihren Mangel an Objektivität durch persönliche Verunglimpfung des Verfassers zu ersetzen suchten. Wir haben von diesen Artikeln keine Notiz genommen, weil dazu keine Veranlassung für uns vorlag. Nun hat sich aber Herr Na bbiner Tr. Goldschmidt - Offenbach a. M. direkt an - uns gewandt und uns um Abdruck eines von ihm verfaßten Aufsatzes ersucht, in welchem er die Darlegungen des Herrn Dr. Eoblenz als „sehr gefährliche Anklagen" bezeichnet, durch die „ein amtierender Rabbiner dem Antisemitismus eine furchtbare Waffe in die Hand gegeben" habe. Wir teilen selbstverständlich diese Ansicht nicht, sind vielmehr der Meinung, daß die Deduktionen des Herrn Dr. Goldschmidt in den Eoblenz'schen Ausführungen in. keiner Weise begründet sind. Nur die einseitigsubjektive Auffassung des Herrn Dr. Goldschmidt konnte ans den Darlegungen des Herrn Dr. Eoblenz Dinge herauslesen, die nicht in ihnen enthalten sind. Trotzdem veröffentlichen wir nachstehend den Goldschmidt'scheu Aufsatz, um uttfcrett Lesern Gelegenheit zu geben, sich selber über dessen Ausführungen ein Urteil zu bilden. Wir hielten es aber für eine Forderung der Gerechtigkeit, gleichzeitig Herrn Dr. Eoblenz als den Angegriffenen zu Worte kommen zu lassen uut> ersuchten ihn, uns seine Erwiderung auf die Ausführungen des Herrn Dr. Goldschmidt für dieselbe Nummer zur Verfügung zu stellen. Und so bringen wir denn im unmittelbaren Anschluß an den Goldschmidt'schen Artikel die Eoblcnz'sche Etttgegnung. Vorher aber möchten wir noch bemerken, daß nur die verletzenden p e r s ö n l i ch e n Angriffe, die Herr Dr. Goldschmidt gegen Herrn Dr. Eoblenz richtet, aufs schärfste mißbilligen; sie gehet! weit über den Rahmen eines sachlichen Kampfes hinaus. Der Aufsatz des Herrn D r. Goldschmidt hat folgende n W o r11a u t: In Nr.;> des laufenden Jahrgangs dieser Blätter hat Rabbiner Dr. Eoblenz in Bielefeld gegen die „Speisegesetze," die „hebräische Gebetsprache" und die „Barmizwah" - Feier des Judentums nicht schlvere, aber sehr gefährliche Anklagen erhoben. In der Begeisterung für das Deutsch-Nationale wird er zum Fanatiker gegen alles Nationale, was nicht im Deutschtum wurzelt. Alles, was nicht Deutsch-Nationales ist, soll mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Nun sind die sogenannten „Speise-