Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 141 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2970014-2970021--7648-2978336- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
141 Jahre später gab er das interessante Werk „Manasse Ben Israel" heraus, das auch in englischer Sprache erschienen ist, und auch von spanischen Geschichtsschreibern als Quelle angeführt wird. Inzwischen war Dr. Kayserling einem Rufe als Rabbiner der Pester israel. Religionsgemeinde gefolgt, in welcher Stellung er bis an sein Lebensende wirkte. Gr schrieb hier sein bereits in sechster Auflage erschienenes Werk „Handbuch der jüd. Geschichte." 1873 veröffentlichte er unter dem Titel „Moses Mendelsohn, Ungedrucktes und Unbekanntes von ihm und über ihn" ein neues Werk, das zahlreiche neuere Daten über das Leben dieses großen Philosophen enthielt. In seinem Buche „Die jüdischen Frauen in der Geschichte, Literatur und Kunst" schildert er die hervorragenden Jüdinnen, welche sich durch Tugenden und Geist ausgezeichnet haben. 1674 erschien seine Arbeit „Der Dichter Ephraim Kuh"; in französischer Sprache gab er ein bibliographisches Diktionär . Bibliotheca espanola portugesa judaica-- heraus: in dem in spanischer Sprache geschriebenen Werke ..Proverbia espancdes de los judios espanoiessammelte er die unter den spanischen Juden gangbaren Sprüche. Ein sehr wertvolles homiletisches Werk ist seine zweibändige „Bibliothek jüd. Kanzelredner." Anonym ist schon 1882 in Wien sein Werk „Das Moralgesetz des Judentums in Beziehung auf Familie, Staat und Gesellschaft" erschienen, das im Auslande großes Aufsehen erregte und welchem auch der Deutsch-Israelische Gemeindebund seine fünfzehn Grundthesen entnahm. Einige Jahre später veröffentlichte er eine Schilderung seines berühmten Vorgängers unter dem Titel „A. W. Meisel. Ein Lebens- und Zeitbild." Außerdem war er ein emsiger Mitarbeiter jüd. Zeitschriften und gab Gedenkblätter hervorragender jüdischer Persönlichkeiten heraus. Bei seinem Leichenbegängnisse sprachen im Tempel Kayserlings Schwiegersohn, Herr Oberrabbiner Tr. Eduard Neumann aus Ragy-Kaniza und am Friedhofe die Herren Rabbiner Dr. Samuel Kohn und Dr. Weiszburg und im Namen der Wiener israelischen Kultusgemeinde Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang und der Ofner Oberrabbiner Dr. Arnold Kis. — In Budapest starb am 30. April der Oberkantor Herr Jakob Bachmann, der sich eines großen Rufes als Sänger erfreute. Bachmann ist der Verfasser der berühmten Sammlung von Tempelgesängen „Schiros Jakob". — Die vor zwei Jahren eröffnete Max und Johanna Rosenthal'sche Armenstiftung, welche zu den bedeutensten Humanitätsanstalten der jüdischen Gemeinde in Brünn zählt und den Zweck hat, Israeliten, Männern und Frauen, die der israelitischen Gemeinde angehören, in ihrem vorgerückten Alter eine sorgenfreie Existenz und vollständigen Unterhalt in einem gemeinsamen Lokale zu gewähren und an dessen Spitze Herr Dr. Hieronymus Fialla als Obmann und Herr Dr. Cornelius Ho2e als Stiftungsrepräsentant stehen, versendet ihren ersten Bericht. Die feierliche Eröffnung der Anstalt erfolgte am 1. März 1003, bei welcher Herr Tr. Fialla die Anwesenden in einer eindrucksvollen Rede, die Tn den Dichterworten ausklang: „Tote Gruppen sind wir, wenn wir hassen, Götter, wenn wir liebend uns umfassen", begrüßte. Hierauf weihte Herr Religionsprofessor Dr. Grünfeld das Haus