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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-06-01 · Heft 6 (1.6.1905) · p. Seite 140

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 6 (1.6.1905)
Date
1905-06-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
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140 Schülern zumal ganz neue Perspektiven eröffne. Denn Dr. ^))ahuda werde sie in den Geist der heiligen Sprache und Schrift wie kein anderer einführen können und somit den Jüngern der Wissenschaft das wichtigste Rüstzeug iiy die Hand geben. Das Lehrer kollegium erhoffe darum für ihn ein reichgesegnetes Wirken, das die Rückkehr zum einstigen Glanze der jüdischen Exegese und Sprachforschung wieder anbahnen möge. Tiefbewegt dankte nunmehr Herr Dr. Hahuda für die herzliche Begrüßung. Er werde bestrebt sein, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und alle Kraft daran setzen, seine Aufgabe zu erfüllen. Wie er sich diese gedacht habe, zeigte Dr. Aahnda sogleich in einem längeren Vortrage, der sich zu einem klaren Einblick in die Grundlagen biblischer Exegese gestaltete. Herr Professor Tr. Maybaum dankte im Namen aller Zuhörer für die meisterhafte Leistung denr Kollegen und schloß die Feier mit den besten Wünschen für Dr. Bahuda und sein Winken. — In Bm dapest starb am 21. April Herr Oberrabbiner Dr. Meyer Kayserling, geboren am 17. Juni 1826 in Hannover. Nach seinen Gymnasialstudien besuchte er die Tatmudschule Gerson Josaphat's in Halberstadt. Hier lebte damals ein junger jüdischer Kaufmann, desses hohes talmudisches Wissen, weit und breit bekannt war. der Lehrer Kayserliug's und nachmalige berühmte Rabbiner Israel Hildesheimer. Von Halberstadt kam Kayserling später nach Nikolsburg (Mähren», wo er ein Schüler Samson Raphael Hirsch's war. Bald darauf kam er nach Prag als Schüler des Rabbiners S. L. Rappaport und später nach Würzburg an die Schule des Rabbiners S. B. Bamberger, damals die größte Talmud^ schule Deutschlands: hier erhielt er auch das Rabbinerdiplom, woraus er sich dann im Jahre 1851 an der Universität Würzburg inskribieren ließ. Im Jahre 1852 bezog Kayserling die Universität in Berlin, wo er sich mit historischen und philosophischen Studien befaßte. In der Geschichte war sein Lehrmeister der berühmte Historiker Leopold Ranke, der Kayserlings's Augenmerk darauf richtete, daß man in Deutschland von der Geschichte der Juden Spaniens so wenig wisse. Dieser Wink genügte dem strebsamen Kayserling, um ihn zur raschen Erlernung der spanischen Sprache und zum eingehenden Studium der Geschichte der spanischen Juden zu veranlassen. Das Ergebnis dieser Studien sind seine trefflichen Werke über die spanischen Juden und ihre zu so hohem Glanze gelangte Literatur. Sein erstes Werk war seine Doktor-Dissertation vom Jahre 185«;, die den Titel führte: „Moses Mendelssohn's philosophische und religiöse Grundlage im Hinblick auf Lessing." Drei Jahre später, 1856, erschien sein großes Werk: „Sephardim, romanische Poesien der Juden in Spanien", das ihm in der Gelehrtenwelt allgemeine Anerkennung verschaffte und im Jahre 1861: „Geschichte der Juden in Spanien." Im Jahre 1861 wurde er zum Rabbiner nach Endingen berufen. Hier hat er die Interessen des Judentums unerschrocken und unermüdlich verteidigt. Sein Kampf war von Erfolg begleitet: im Jahre 18H8 bewilligte der eidgenössische Bundesrat den Juden das Bürgerrecht. Im Jahre 1862 erschien sein Werk „Moses Mendelssohn", jm Jahre 1864 „Geschichte der Juden in Portugal." Zwei i

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