Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Max Herschel aus Borm eine große Ehrung zu teil geworden. Die Jury hatte unter ca. 250 Rheinliedern dem von ihm verfaßten Gedicht den einzigen Preis zugesprochen. Dieser Preis, bestehend in einer prachtvollen Rebenranke aus vergoldetem Silber, wurde ihm in der Festsitzung von der für dieses Fahr ernannten Blumenkönigin Frl. Irene von Schelander aus Triest überreicht. Tie Auszeichnung des Herrn Max Herschel hat umsomehr Wert, als er demnächst einen Band jüdisch-religiöser Dichtungen herauszugeben gedenkt. — Tie Hamb urger Talmud-Thora-Real^ schule feierte am 31. März das Fest ihres 10O jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß erschien von Herrn Direktor Goldschmidt eine Festschrift. Direktoren der Schule waren Jsaac Bernays und Dr. Ascher Auschet Stern. Ein Jahr leitete der Senior der Schule Herr Dr. Nathan dieselbe. — Am 2. Mai feierte Herr Dr. Salfeld in Mainz unter großer Teilnahme von nah und fern sein 25jähriges Jubiläum als Rabbiner daselbst. Möge es dem verdienten Manne, der durch seine ausgezeichneten Schriften die jüdische Literatur gefördert, noch lange gegönnt sein, zur Ehre des Judentums zu wirken. — Am 19. März wurde in Stettin das 25jährige Amtsjubiläum des Rabbiners Dr. Vogelstein gefeiert. Ter Jubilar ist ein um die Entwickelung des modernen Judentums hochverdienter Mann und nahm derselbe auch an der Synode zu Augsburg tätigen Anteil. Möge es ihm vergönnt sein, weiter im Dienste des modernen Judentums erfolgreich zu wirken. — Am 2. Mai fand die Eröffnung des Sommersemesters an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin statt. Eingeführt wurde in sein Amt der für die Fächer der semitischen Philologie und Bibelexegese berufene Dozent, Herr Dr. Bahuda. Zu seiner Begrüßung ergriff znnächst im Namen des Kuratoriums Professor Dr. Oppert das Wort und führte aus, daß die völlige Vertrautheit des Dr. Bahuda mit dem Orient, dem er entstammt, sein Leben in der semitischen Welt, ihn neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung habe besonders geeignet erscheinen lassen, an dieser Stelle zu wirken. Deshalb habe fick die Wahl des Kuratoriums gerade auf ihn gelenkt in einer Zeit, die ein Neuerwachen der jüdischen Exegese auf wissenschaftlicher Grundlage dringend erfordert im Hinblick ans die getrübten Ergebnisse in dieser Disziplin durch gewisse gegenwärtige Interpreten. Darum knüpften sich große Erwartungen an die nunmehr beginnende Lehrtätigkeit der neuen Dozenten, die für das Gedeihen der Anstalt einen guten Schritt vorwärts bedeute. Herr Prof. Oppert schloß seine Ansprache mit dem Hinweis, das Kuratorium werde von dem Bestreben geleitet, für jedes Gebiet der Wissenschaft des Judentums geeignete Vertreter zu gewinnen. So sei es gegenwärtig bemüht, die erfolgreichen religionsphilosophischen Kurse des Geheimen Regierungsrates Herrn Professor Dr. H. Eohen-Marburg anch weiterhin zu sichern, solange eine ständige Kraft für diese Disziplin fehle. Hierauf hieß der zeitige Vorsitzende des Lehrerkollegiums Herr Dr. Baneth den neuen Dozenten im Namen der Kollegen und Hörer willkommen und führte aus. daß der Eintritt des Dr. Aahuda eine wertvolle Bereicherung des Lehrgebieres der Anstalt bedeute und den