Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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138 rricht ihnen zu Gefallen zu sprechen. 7— Im Laufe der Jahrhunderte hat man sich mit einem Geiste der Grausanlkeit und der Barbarei gegen die Juden bekleidet. Man hat sie angeklagt, die Ursache -aller Unglücksfälle zu sein, welche sich ereignet haben und belastete sie mit einer Unzahl von Verbrechen, an die sie niemals gedacht haben. Man hat unzählige Wunder ausgedacht, um.sie davon zu überzeugen, oder vielmehr um desto lauter im Schatten der Religion den Haß zu befriedigen. Wir haben eine Sammlung von Gesetzen angelegt, welche die Concilien und die Fürsten gegen sie veröffentlicht haben, durch welche man von der Bosheit der Einen und der Unterdrückung der Andern urteilen kann.. Aßonatsfcbau. Die Frankfurt er Stadtbibliothek hat, tnie uns der Direktor derselben Professor Dr. Ebrard mitteilt, von Frau Baronin Edmond von Rothschild in Paris, welche der Bibliothek ihrer Vaterstadt schon wiederholt ihr Wohlwollen bewiesen hat, eine überaus wertvolle Schenkung erhalten. Es ist dies eine reich illustrierte, im Jahre 12JW im Süden Deutschlands entstandene Pentateuchhandschrift, ein starker Foliant aus feinem Pergament und zierlich geschrieben. Er umfaßt den Pentateuch, seine aramäische Übersetzung und den Kommentar des Salomo Jizchaki. Daran schließen sich die Haftarot «Propheten-Abschnitte». Ten Te^t begleitet die Massora «Kritische Lesarten des Pentateuch», die kunstvoll in Figuren geschrieben den unteren Rand der Handschrift einnimmt. Ter Anfang jeden Abschnittes des Pentateuch und der Haftarot ist mit Bildern reich verziert. Die Initialen und Ornamente sind von seltenem Farbenreichtum, zuweilen mit starkem Gold überzogen. Jedes der fünf Bücher des Pentateuch beginnt mit einem Vollbild. Tie Abbildungen, meist Tiergestalten und Fabelwesen, zuweilen Iagdszenen und Turniere, verraten die lustige und übermütige Art des Jllnftnerens, die dem 13. Jahrhundert eigen ist. Selten sind Darstellungen, die mit dem Inhalt in Verbindung stehen. Sehr wertvoll sind die Illustrationen für die K'oftümkundc. Tie große Anzahl von Fatnilienwappen wird dem Heraldiker sehr belehrend sein. Die Handschrift gehört zu den schönst erhaltenen illuminierten hebräischen Manuskripteil und wird für alle Zeiten eine Zierde der Frankfurter Stadtbibliothek sein. Das Manuskript wird der Ausstellung der Stadtbibliothek einverleibt werden und kann dann dort besichtigt werden. — In Frankfurt a. M. ist. ein Verein zur Errichtung einer jüdischen Bibliothek und Lesehalle gegründet worden. Derselbe soll die jüdische und hebräische Literatur, insbesondere auch die periodische unter Berücksichtigung aller Richtungen den weitesten Kreisen unentgeltlich zugänglich machen. Der sehr unte'rstützenswerte Verein wird demächst die Lesehalle bereits eröffnen. — Bei den Blumenspielen tu K ö l n am 7 Mai ist Herrn