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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-06-01 · Heft 6 (1.6.1905) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 6 (1.6.1905)
Date
1905-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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137 schmücken. Nach zweijähriger Haft wurde De la Ascension am 3. August 1603 in Lissabon bei einem feierlichen Auto da fe nebst noch einigen Personen (Marrarrens lebendig verbrannt. Diese Aufsehen erregende Tatsache, daß ein geborener Christ, ein Mönch, sich bereitwilligst für den jüdischen Glauben geopfert, wirkte zündend und anregend auf die Marranen (Schein-Christen», so daß sie alles aufboten, um zur angestammten Religion öffentlich übertreten zu können. Bielen von ihnen gelang es, sich heimlich nach Holland zu flüchten, wo sie in Amsterdam eine Zufluchtsstätte gefunden und zum Judentum zurückkehren durften. Der hugenottische Prediger Pierre Jürieu in Rotterdam schrieb 1665 ein Buch über die „Erfüllung der Propheten", worin er behauptet, „daß Gott sich die jüdische Ration aufbewahrt habe, um noch große Wunder an ihr zu tun. Der wahre Antichrist sei die grausige Bersotgung der Juden." «Richard Simon, l^ttres choises 1 N. 37). Der von katholischen Eltern in Wien geborene Johannen Petrus Speeth trat in Amsterdam zum Judentum über und nahnr den Namen Mose Germanus au. Die lügenhaften Verleumdungen und Beschuldigungen gegen die Juden haben ihn, wie er sich ausdrückte, veranlaßt, ans der katholischen Kirche auszutreten, um Jude zu werden. „Noch heutzutage," schreibt er, „geschieht viel dergleichen in Polen und Deutschland, da man alle Umstände hervorzählt, auch Lieder aus den Gassen davon singt, wie die Juden abermals ein Kind gemordet und das Blut in Federkielen einander zugesendet, um es für ihre gebührenden Frauen zu gebrauchen. Diesen mordteuflischen Betrug habe ich bei Zeiten erkannt und das so geartete Christentum verlassen, um keinen Teil daran zu haben, noch befunden zu werden bei denen, die das Blut Israels, des ersten und eingeborenen Sohnes Gottes, mit Füßen treten und wie Wasser vergießen". «Gr. Gcsch. 10. S. 2HH.) Ein anderer christl. Gelehrte Wilhelm Surenhtths aus Amsterdanl war ein solch eifriger Verehrer der jüd. Literatur, daß er die Mischnah mit zwei Commentarien ins Lateinische übersetzte, und den Wunsch äußerte, daß die jungen Theologen, die sich für den geistlichen Stand vorbereiten, sich mit dem Studium der Mischnah beschäftigen mögen. „Wer ein guter und würdiger Jünger Christi sein will, muß vorher Jude werden, oder er muß vorher Sprache und Kultur der Juden aufs innigste kennen und zuerst Moses Jünger werden, ehe er sich den Aposteln anschließt, damit er durch ihn und die Propheten zu überzeugen vermöge, daß Jesus der Messias sei. «Cinl. zu T. 1. Gr. Gesch. ibid). Auch der christl. Gelehrte Jakob Basnage, Verfasser der „Geschichte der Religion der Juden" hat das Treiben der Judenfeinde schonungslos gegeißelt. Er, der streng gläubige Christ, der betreffs der Juden nicht von jedem Vorurteil frei war, schreibt über Israel: „Der Christ darf es nicht sonderbar finden, daß wir sehr oft die Juden von verschiedenen Verbrechen entlasten, deren sie nicht schuldig sind, da die Gerechtigkeit es so verlangt. Es heißt nicht Partei nehmen, wenn matt diejenigen der Ungerechtigkeit und der Gewalt anklagt, die sie geübt haben. Wir haben nicht die Absicht die Juden zu verletzen, aber auch

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