Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 135 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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135 da waren in Godesberg, vom Gudensels mld Sterilberg am Rhein gelegerr . . . . „auch Boppart war ihnen zinßbar geworden." Es wäre gewiß von historischem Interesse, wenn es sich festftetlen Ließe, wie der Name „Jud" in die hier erwähnten Adelsgeschlechter hineingekommen ist. Vielleicht ist ein Leser der Monatsblätter in der Lage, hierüber Aufschlüsse zu geben, die in weiten Kreisen interessieren dürften. Das nationale Judentum. Bon Tr. M. ^ricblacubev. Ans diesen schildernngen erhellt also zur Genüge, daß all die sogenannten Be freier und Erlöser des Judentums früherer Jahrhunderte nur deshalb so schmählich geendet, weil sie, um ihren unbezwinglichen Ehrgeiz lute ihre unbegrenzte und unbeschränkte Herrschsucht befriedigen zu können, nicht die Religion, sondern nur die „staatliche Selbständigkeit" Israels im Auge hatten. „So der Herr nicht erbaut das Haus, so mühen vergebens dessen Erbauer sich damit." iPsalm 127'. Mit Recht sagen daher unsere Weisen: Die echten und rechten Ireiheitskämpser sind diejenigen, die für die Religion, für die Wissenschaft des Judentums begeistert, das r e l i g i ö f e L e b e u zu heben und zu fördern bestrebt sind. In seinen herrlichen vom göttlichen Geiste erfüllten Reden, die Moses vor seinem Scheiden an Israel gehalten, hat er es nicht unterlassen, auch die am Sinai verkündeten „Zehn Gebote" zu wiederholen und sie mit folgenden inhalts reichen Worten einzuleiten: „Siehe, ich habe euch Gesetze und Rechte gelehrt, wie der Ewige mein Gott mir befohlen. Beachtet sie wohl und übet sie ans, suchet sie durch die Tat im Leben zu verwirklichen, denn dieses wird eure Weisheit und Vernunft fein bei den Völkern. Wenn diese die herrlichen Gesetze und Lehrerr der Thora hören, so werden sie sprechen: „Die große Nation ist doch nur weife und verständig." Das heißt mit anderen Worten: Wenn ihr im Geiste dieser Thora leben, wirken und'schaffen und ihre Lehren und Vorschriften stets durch die Tat zn verwirklichen euch bestreben werdet, so werdet ihr den Völkern der Erde imponieren, ja selbst euren Gegnern werdet ihr die Achtung abgewinnen, den Judenhaß bannen und auch die Freiheit und „nationale Selbständigkeit" erringen. Nicht durch Kraft und nicht durch Macht, nicht durch Schlauheit und nicht durch Rohheit siegt Israel, sondern nur durch den Geist Gottes, durch den Geist der Liebe, der Humanität, durch den Geist der Thora. - Und in der That lehrt die Geschichte, daß so oft nichtjüdische Gelehrte sich gründliche Kenntnisse der Thora angeeignet hatten, sie nicht.umhin konnten, ansznrufen: „Wahrlich ein weises tlnd vernünftiges Volk ist diese große Nation." In