Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-06-01 · Heft 6 (1.6.1905) · p. Seite 134

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 6 (1.6.1905)
Date
1905-06-01
Page
Seite 134 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2969669-2970014-2970021--7641-2978329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

134 >t|ud“ als Mrrickuung für HUkUgtfcblttbfcr. Von Tr. W r t h \\ r ft a b u. ’-t (Sv dürfte nicht fein* bekannt sein, daß im Mittelalter mehrere Adelsgeschlechter am Rhein wohnten, welche den Namen Ind und Inden führten. 3o hießen mehrere Generationen hindurch Lehensleute der Abtei St. Waximin bei Trier „Jud von Eltville". Ter Name „Ind von Eltbille" einer soll ein hoher Geistlicher gewesen sein — kommt nach Siebenmacher ' , als ein Grafen- oder Ireiherrengeschlecht im 15. Jahrhundert vor. Sb ihr Stammsitz in Eltville a. Rh. war, ist bei Siebenmacher nicht angegeben. Auffalleud ist nur, daß der Adelsname „Jud", der im Mittelalter doch kaum aus freiester Wahl angenommen ward, auch von einem anderen Herrengeschlecht geführt rvnrde. „Unter den Inden von Boppard", heißt ein Wappenschild mit drei Wecken. -Unter „Wecken" versteht man rantenartige Bierecke in Wappenschildern'. Ein solches Wappenschild sah ich einmal vor einer Reihe von Jahren in Boppard. Tie „Inden von Boppard" werden als altes Geschlecht angegeben; anch „Ind von Boppard" genannt. Es gab mehrere Linien „unter den Juden von Boppard", sogar nicht stummes verwandte Geschlechter gleichen Namens. Mehrere „Ind von Boppard" tvaren Burg männer voll Gntenfels, deren Ruinen bei Caub einen imposanten Anblick gewähren. Ein ebenfalls „Ind von Boppard" znznzühlendes Geschlecht - an den Porten von Boppard. war um 14ou in NR'derlahnstein seßhaft. Auch die Burg Sternberg. Amt Branbach, gehörte den „Inden von Boppard": im Ul. Jahrhundert ein Drittel des Torfes Sstenpav und ein Drittel der Burg Liebenstein. Unter den „Inden von Boppard" waren mehrere Schössen von Boppard, so Pelz von Boppard. Diese Pelz von Boppard sind ebenfalls als Schöffen der Bnrgmannfchaft von Sternberg erwähnt. Auffallend einfach neben den oft überladen prunkvollen Wappen gleichzeitig lebender Geschlechter ist das Wappen der „Juden von Boppard" und „Jud von Eltville". Es trägt leine von den wirst üblichen Zierraten, wie Helm, Hörner. Tier körper n. i. w. Wie bereits erwähnt: bleibt der Narne Jud am bemerkensrvertesten. Wohl nannten sich die Adeligen häufig nach Tieren, „Hund von Nnenring", „Wolf von Rum buch". „Eber" n. s. w. oder anch „Rind", rvie die Brömser von Rüdesheim. aber Jud war doch sicherlich kein Borname, der aus Borliebe für die Inden gewählt wurde. Es dürften hier geneatogische Ereignisse dabei im Spiel gewesen sein. Bestärkt in dieser Bermnturltz wurde ich durch die Bemerkung in einem 1072 erschienenen mir leider „entliehen" gewordenes Buch, in dem es n. a. hieß. .... und mancherlei Inden maaßeten sich teutsche Adelsnahmen an und nahmen Zinß von den Burgen, so 1 I. Se ben mache rs groß u. allgem. Wappeubnch, Bd. 1l, 2{bt. 7. Nürnberg 18S2.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.