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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-06-01 · Heft 6 (1.6.1905) · p. Seite 132

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 6 (1.6.1905)
Date
1905-06-01
Page
Seite 132 (sequence 12)
Language
German
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182 der fluchbeladen ruheitnb rastlos wandern mich von Crt zu Cvt, von Stabt zu Stadl, voll Land zu Land bis ans Ende der Zeiten. So lautet bekanntlich die Sage, welche jene Religion verbreitet hat, die sich jo gern die Religion der Wt'be nennt. Kennt auch die jüdische Religion, der man so gern den Gott der Rache zuschreibt, eine Sage pom ewigen Juden und wie lautet jene Sage'? Der P r o p h e t E l i a i st der e w i g e I u d e, aber nicht der Fluchbeladene, sondern der Segenspendende, der. selbst unsterblich, durch alle Lander wandert, den Völkern, Familien und einzelnen Menschen Trost und Hilfe bringt und feinen Haß, keine Feindschaft gegen die Bekenntnisse anderer Religionen kennt. Denn wohin er kommt, ruft er ans: Himmel und Erde nehme ich zu Zeugen, daß jeder Mensch, ob Jude oder Richtjude, in erster Linie nach seinen Gesinnungen, nach seinen Handlungen, nach seinen Werken gerichtet wird. Diese Anschauung, m. A., zeigt uns die Krone des Lebensbanmes, dessen Zweige,l unberührt vom niedrigen Erdenstaube, hoch in die himmlischen Lüfte ragen. Und weil Israel in seiner Thora einen solchen Lebensbaum besitzt, dessen Wurzel der Glaube an'den einzigen und heiligen Gott, dessen Stamm ein Leben der Gerechtigkeit und Nächstenliebe, dessen Krone die Menschenveebrüdernng und der ewige Völkerfrühling bildet, darum gilt vor: Israel des großen bcutfd^cu Dichters Wort: Die Juden sind das beharrlichste Volk der Erde, es ist, es war, es wird sein mn den Wantett Gottes durch alle Zeiten zu tragen. Die Thora sie ist und wird bleiben der Lebensbautn für Israel bis ans Ende der Zeiten. ' M. A.! Wir können nicht leugnen, daß unsere Vorfahren uns zur Ehre ge reichten, sie haben den Lebensbaum Israels, den man ihnen mit Feuer und Schwert raubett sollte, mit ihrem Herzblut verteidigt, um ihn für uns zu retten. Run so lasset auch uns nicht vergessen, daß auch wir unseren Vorfahren zur Ehre gereichett müssen, daß es unsere, heilige Pflicht ist, treu und pnentwegt festzuhalten an tutserer Tbora, unt Wurzel, Stamm und Krone dieses Lebensbaumes unversehrt zu erhalten, unseren Kindern und Kindeskindern Erheben mag uns das stolze Bewußtsein, daß einst kommen tvird, einst komnten muß die Zeit, in welcher die Völker sprechen werden: Haus Jakob wohlan, wir wollen wandeln im Lichte des einig einzigen und heiligen Gottes, der alle Menschen als prüder zu lieben gebietet. Zu dir, o allgütiger Vater flehe ich: Gieb uns Kraft mit Lust und Friede ans zuharreu iu den fchtveren Kämpfen, die wir als Menschen und als Israeliten zu führen haben und laß an unserer ganzen Gemeinde in Erfüllung gehen dett Segen, der ausgesprochen liegt in den erhabenen Worten unserer Thora: Ter Herr segne unb behüte euch, der Herr lasse sein Antlitz euch leuchten und sei euch gnädig, der Herr wende sein Antlitz euch zu und gewähre euch Frieden immerdar. Amen.

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