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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-05-01 · Heft 5 (1.5.1905) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 5 (1.5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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120 bem pädagogische Fachmänner über die Anfordernngen, die an eine Jugendliteratur zu stellen sind, und über das Maß, in dem die bisher gekannten Jugendschriften ihnen entsprechen, ihre Anschauungen zu äußern in der Lage sind. Nach dem Muster der „Jngendschriftenwarte" soll dieses periodisch erscheinende Blatt Referate über neu veröffentlichte Ingendschristen bringen und sie nach Inhalt, Form und pädagogischer Brauchbarkeit sowie ihrer ästhetischen Wirkung beurteilen. Auch die alten Jugendschriften, sonne geeignete Artikel aus Kalendern, Zeitschriften u. a. sollen herangezogen werden, iuib es soll besonders geprüft werden, wie weit sie sich zur Neubearbeitung sonne zur Umgießung in moderne Form, in der heutigen Jugend angemessene Gedanken und Stil, eignen. Desgleichen sott aus der Jugendliteratur des Auslands (besonders (Englands und Amerikas, dasjenige herangezogen werden, was zur Übersetzung für die deutsche Jugend zu verwerten ist. Die Zeitschrift, die als Beilage zu den Berichten der Großtoge erscheint, steht unter Leitung des Herrn Dr. M. Spanier in Magdeburg, Breiteweg W*; eve ituelle Mitarbeiter, denen für ihre Referate angemessenes Honorar zngesichert wird, wollen sich mit ihren Zuschriften an den Leiter wenden. Die Zeitschrift wird allen interessierten'Kreisen, insbesondere den Herren Rabbinern und Lehrern, auch wenn sie nicht Mitglieder des Ordens sind, auf ihr Verlangen gratis zugestellt werden, (besuche nur Übersendung sind an den Sekretär der Großloge, Herrn D. Wolfs, Berlin SW., Wilhelmstraße |1N zu richten. Über die weiteren Beschlüsse zur Veröffentlichung von Ingendschristen wird in obigem Organ berichtet werden. — Der englische Historiker E h a r l e s Merivale schreibt über die Juden in seiner „Geschichte der Renner Unter den Kaisern". Die Zerstörung des jüdischen Staats mit allen Denkmälern einer alten aber noch lebenskräftigen Zivilisation war das größte Verbrechen Roms. Der mutwillig begonnene Angriffskrieg ward mit einer Barbarei geführt, von der wir kein zweites Beispiel -in der Geschichte zivilisierter Staaten finden. Jerusalem teilte das Schicksal von Targninii und Korinth: aber die Römer, welche Zion in eine Ruine verwandelten, begriffen nicht, daß sie da eine Nation vernichteten, welche für die Welt wichtiger war als Herrurien, ja selbst wichtiger als Griechenland. Doch, nicht gänzlich vernichten! Der heimatlos gemachte Jude wanderte als Gefangener oder Flüchtling durch das große römische Reich und weit über dessen Grenzen hinaus, die Saat ansstrenend, welche ihm ans dem Sinai anvertraut worden war, mit der Kraft, die weder von egvplischer noch von svrischer oder römischer Tyrannei gebrochen werden konnte, mit jener Hoffnung, die kein langes Warten vernichten konnte, mit den Gesetzen, welche Propheten und Patriarchen verehrt hatten und die immer weiter gelehrt wurden. Nach dem Tempel von Jerusalem blühte die Schule von Tiberias, Jahrimubene lang haben Christen und Mohammedaner, die Weisen des Morgenlandes und Abendlandes den Einfluß der jüdischen Schriftgelehrten gefühlt, wenn sie es auch nicht eingestehen wollten. — Eine hochanznerkennende Kundgebung vornehmer und vorurteilsfreier Gesinnung und seltenen Wohlwollens gegenüber unserer Glaubensgemein-

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