Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 121 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 schuft hat Zunächst der ehemalige Präsident des L.^'desausschusses von Elsaß-Lothringen, Se. Exzellenz, Wirklicher Geheimrat Tr. von Schlumberger betätigt. Anläßlich der stattgefundenen Feier ihres diamantenen Ehejubiläums haben Ihre Exzellenz Herr und Frau Geheimrat von Schtumberger an den Vorstand der israelitischen Gemeinde folgendes Schreiben gerichtet: „Aus Anlaß unserer (iO jährigen Hochzeitsfeier beehret: wir uns, Ihnen beiliegend Mk. 1000 zu überreichen, die Sie zum stützen der israelin schen Gemeinde nach Belieben verwenden wollen. Hochachtungsvollst ge;.: Tr. I. von Schlumberger, Clansse von Schumberger". Kkfcrat« und Mitteilungen. Geschichte der Juden von der Babylonischen Gefangenschajt bis zur Gegenwart. Für Schute und Haus bearbeitet von Tr. L. Löwenstein, Bezirksrabbiner in Mosbach. YiH und 271 S. Mainz, Joh. Wirthsche Hofbnch druckerei A.-G. Seitdem Graetz seine Geschichte der Juden geschrieben, ging man vielfach, unter Zugrundelegung dieses Werkes, an eine Bearbeitung des sehr umfangreichen Stoffes für die Zwecke der Schule. Es haben auf diesem Gebiete die Arbeiten von Kayserling, David Cassel, Baeck und Levin große Verbreitung und allgemeine Anerkennung gefunden, wenn auch zugegeben werden muß, daß wir in denselben nur Versuche vor uns haben, die im Laufe der Zeit andere Darstellungen nicht überflüssig machen. Vorliegende Arbeit aber entspricht, trotzdem sie den durch seine historischen Arbeiten vorteilhaft bekanntet: Dr. Löwenstein zu ihrem Verfasser hat, keineswegs den Anforderungen, die man im allgemeinen an einer Darstellung der jüdischen Geschichte für Schule und Haus zu stellen berechtigt ist. So tüchtig der Verfasser sich auch sonst auf dem Gebiete der jüdischen Geschichtsforschung gezeigt hat, so ist ihm doch vorliegender Versuch nur in sehr einseitiger Weise gelungen, wenn man auch die Art, den Stoff tneist biographisch zu behandeln, nur gutheißen kann. Es fehlt Löwenstein an der nötigen Objektivität. Fanatismus wirkt in der Darstellung von Persönlichkeiten und Ereignissen nach, die ihm in seinen orthodoxen Kram nicht hineinpassen. Dadurch wird sein Urteil oft sehr getrübt. So schreibt er von Philiypsons Allgemeiner Zeitung des Judentums, die anerkanntermaßen von der größten Bedeutung für dessen Entwicklung gewesen ist, daß sie das Judentum und die jüdische Religion sehr geschädigt habe > S. 229». Über Abraham Geiger, einen der bedeutendsten jüdischen Theologen des vorigen Jahrhunderts, der in den drei größten Gemeinden des deutschen Vaterlandes, Breslau, Frankfurt a. M. und Berlin, als Rabbiner gewirkt hat, urteilt er sehr abfällig. Bon dessen „Urschrift und Übersetzung der Bibel" meint Lötvenstein, sie habe berechtigten Unwillen erregt durch die skrupellose zersetzende itririf, die hier an der