Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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j — 118 — ^vaftcüerc^emctnbc bi er ihre letzte Ruhestätte gefunden batten. — Ton Preis der sJJtul)iu'l Beer-Stiftung für einen diijalu u]rn Anseuchalr in Italien, ivelcher vom Senate der >lönigl. Akademie der Künste in Berlin verliehen ivird, erhielt in der ansge schriebenen Konkurrenz der frühere Düsseldorfer >lnnstgewerbeschüler uub jetzt an der Berliner Hochschule studierende Bildhauer Leopold Tvlcifdjhncfcr mir Iranksnrt a. Bc. In Berlin hielt Herr Eduard Levv einen Bortrag über „Richard Wagner und da-? Judentum". Urner Zugrundelegung des Satzes, das; die Beschäftigung mit der Mimfr den menschlichen Charakter veredele, wie»? der Redner darauf hin, das; die dlnnst de tvnßt oder unbeivußt die Bervollkommnnng der Menschheit fördern solle. Die Praxis der Lebens beweist, das; eine rinnst, die nur den einzigen Wert der Anhäufung von tänzerischen Mitteln in sieh trägt und nur ans die spezifischen Sinnesorgane ivirkr, der sittlichen Beroollkommnnug der Menschheit durchaus entgegensteht, ja sie sogar all mählich vollkommen verstummen läs;t. So viele gewaltige Schönheiten und tiefe Er habenheiten auch ein Kunstwerk haben mag, nur dasjenige vermag der oben erwähnten Forderung zu genügen, dessen Wesen sich als höchste Äußerung der nach möglichster Idealisierung strebenden Seele sich darbietet, und nur die Schöpfer einer solchen .^nnst iverkes verdienen in Wahrheit den Rainen der Priester der Idealen. Ein prägnanter Beispiel für eine Inkonsequenz zwischen Künstler und Brensch bietet uns Richard Wagner, und in der Raiur ist keine schrillere Disharmonie erklungen, als indem sie diese ge waltige Persönlichkeit schuf. Er hat stets verlangt und begehrt, hat nie ein Sichbescheiden gekannt, nie ivahrhaft anderen gehuldigt und andere hochgeschätzt. Besonders tadelnswert erscheint sein Verhalten gegen Meperbeer, der den damals noch völlig nu bekannten Kollegen vor des Lebens Röten errettete und dessen künstlerischer Einfluß es erst zuwege brachte, das; die von Wagner in Paris geschaffenen Tonwerke in Dresden und Berlin;nr Annahme gelangten. In seiner bekannten Broschüre „Das Judentum in der Musik" hat Wagner nicht nur Meperbeer und Mendelssohn-Bartholdv, jenen beiden >inuslgrößen, die damals die ganze Welt zur Bewunderung zwangen und Herne noch als leuchtende Sterne am ^nnsthimmel erstrahlen, aus Grund ihrer Stammes zugehörigkeit jede Befähigung abgesprochen, in der Musik Wahrhaftes zu leisten, sondern er hat auch die Juden im allgemeinen für unfähig erklärt, in irgend einer Mmift <üwas Tiefes, Wahres und Großer zu schassen. Mit treffender Schärfe ivies der Redner in eingehendem llutersnchuug, bei der er den die Werke Wagners überwuchernden künstle rischen Schönheiten gerechte Würdigung zollte, die gegen die Juden als Gesamtheit in künstlerischer Beziehung erhobenen Anklagen zurück und bewies, das; das von Wagner behauptete Iehlen nationaler Eigenheiten bei den Inden kein Beweis für eine ihnen etwa mangelnde künstlerische Produktions- und Empsindnugssähigkeit sein könne. Rach des Redners Ansicht gibt es überhaupt keine jüdische Musik und Wagners Haß gegen jüdisches Wesen hat wohl mehr als eine Abneigung gegen romanisches Wesen zu gelten. Wenn der Besitz der verschiedensten Eigenschaften entgegengesetzter Rationen ein Beweis