Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Es c\ax so uul;bt(jc, gar so vortreffliche, gar so treue und verständnisvolle. gleich hochgeartete und auch dort wo er s ch uw er das Nun und Ansbe ^ehre und st also das ÜdLi dieser beiden Männer, welches hier gesungen wird, dag sie gleich hochgemutete Schüler und Mitarbeiter Moses' waren, daß sie ihn!rrieten, auch dort ganz und gar in feinem Geiste uiirftcn und schafften. 1 jwieg, lvo seine ^Aufmerksamkeit sich nicht auf alles Einzelne erstreckte, oder weitere und übrige bewnßterweise ihnen selbst überlassen hatte ... denn, m. A., genau solche Schüler und Mitarbeiter Moies' --- beim Ans u eines noch größeren Heiligtnmes i des Indentnmes selbst, der indischen des jüdischen Gesetzes, des jiidischen Glaubens nnb der jiidischen Sitte, der jiidischen Wissenschaft und des jüdischen Lebens — waren auch die beiden Männer, deren Andenken wir heute hier feiern: R a s ch i und M a i m o n i d e s. auch ihnen war es vergönnt, sich ganz und gar in den Geist Moses' hineinznleben, hilieinzuversenken: ihn auch dort zu belauschen und zu erraten, lvo er schwieg. Ja, auch sie machten alles - und sie inachten und schufen Großes und Unsterbliches vor ihijen kaum erreichte und nach ihnen, bis auf den heutigen Tag, unübertroffene Kommentare und kodifikatorische Werke zur heiligen Schrift und zum Talmud, also zu diesen beiden größten Ausstrahlungen des mosaischen Geistes —, ja, auch sie, sage ich, machten alles das genau so, wie „Gott es ihm — Mole -- selbst geboten hatte." Und doch war der Eine von ihnen, namentlich Maimonides, zugleich auch ein großer Denker und Philosoph, kannte und schätzteer, wie kann! ein Zweiter zu seiner Zeit, auch die philosophischen und naturwissenschaftlichen Hervorbringnngen des fremden, nichtjndnchen Geistes, der alten (Griechen und der Araber. Aber, wie wußte er das alles mit dem jüdischen Geiste — mit dem wahren und echten jüdischen Geiste, mit dem Moses' — zu vereinigen, zu versöhnen und zu dnrchdringen! Und mit welcher ü n st t e r s chaft dabei! In den Aufbau seiner Werke, - besonders feines großen Gesetzes-Kodexes, — in der Sichtung und Anordnung des ungeheueren und weithin zerstreuten Matermls, wie auch in der Macht über die Sprache' Wie sind z. B. gleich — das Bekannteste von ihm — seine lo Glaubensartikel wie ans dem Marmor gehauen! Und wie dnrchglüht sind sie dabeß gleichwohl von heiligem Teuer, von den Ilammen des Sinai! Also „ K n n st l e r und D e n k e r" zugleich. Und welche >i unst auch bei dem andern, bei Raschi! Hier speziell in der Sprachgetvalt, genauer in der Durchdringung, in der Dnrchsättignng des Wortes mit dem Denkgehalt. Es gibt bis auf den heutigen Tag nicht leicht eine nntfassendere und in ihrer Art bessere, d. h. jüdischere Erklärung der heiligen Schrift und es gibt namentlich keine vollständigere und keine gründlichere, zuverlässigere Erklärung des Talninds, als die Raschis. Und dabei genügen ihm und uns in den meisten Tüllen — auch in den schwierigsten — blos einige Worte, höchstens einige kurze Sätze, und wo früher Dunkel war, da ist nun Helles Licht.